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Neues aus dem Gemeinderat
Jagd auf die Wildschweine in Fischbach

Ein Dauerbrenner-Thema in der Gemeinde Quierschied: die Wildschweinplage. 
Ein Dauerbrenner-Thema in der Gemeinde Quierschied: die Wildschweinplage.  FOTO: dpa / Jens Büttner
Quierschied. Die Tagesordnung der 39. Sitzung des Quierschieder Gemeinderates in dieser Legislaturperiode in der Q.lisse war schon kurz, und sie wurde noch kürzer. Von Patric Cordier

Weil Karl-Heinz Lander, der 1. Beigeordnete der Gemeinde, bei der nächsten Kommunal- und Europawahl auf keiner der Wahllisten kandidiert, darf er seine Funktion als stellvertretender Gemeindewahlleiter ausüben. Die Wahl eines stellvertretenden Gemeindewahlleiters war somit obsolet und wurde von der Tagesordnung genommen.


Stephan Schmidt von der SPD ärgerte sich über die dünne Tagesordnung und warf Bürgermeister Lutz Maurer vor, nicht alle Themen, die in den Fachausschüssen besprochen wurden, auch in den Rat zu bringen, andere Themen gar nicht vorzuberaten. „Das Thema Grünschnittsammelstelle war alleine wegen der Einladungsfristen diesmal nicht zu berücksichtigen“, erklärte Maurer am Beispiel und versprach für die Dezember-Sitzung ein „taffes Programm.“

Einstimmig beauftragte der Rat den Bürgemeister diesmal bei der anstehenden Verbandsversammlung des Entsorgungsverbandes Saar (EVS), dem Wirtschaftsplan 2019 in den Teilbereichen Abfall und Abwasser zuzustimmen. Nach wirtschaftlich  schwierigen Jahren schreibt der EVS derzeit positive Zahlen. Dennoch übte Peter Wachs (Freie Wähler) Kritik. „Es geht um die Gebührenpraxis. Ein öffentlich-rechtlicher Monopolist wie der EVS sollte auch an den Gebührenzahler denken“, sagte  Wachs, weil der EVS trotz der Gewinne die Beiträge nur stabil halten will. Ein Absenkung ist nicht vorgesehen.



„Der EVS tut gut daran, für anstehende Belastungen einen Puffer zu schaffen“, meinte dagegen SPD-Mann Schmidt, „beispielsweise die Einführung der gelben Tonne, der Bau einer vierten Reinigungsstufe in den Kläranlagen oder Bau und Betrieb von Grünschnittsammelstellen werden ein Schweinegeld kosten.“ Dem stimmte auch Timo Flätgen (CDU) grundsätzlich zu. „Vor fünf Jahren hatten wir beim EVS noch ganz andere Diskussionen. Es ist eine positive Entwicklung auch im Bereich Transparenz feststellbar“, so Flätgen, „ich halte es für sinnvoll, Rücklagen zu bilden damit mögliche Verluste in der Zukunft auch ohne Beitragserhöhungen aufzufangen sind.“

Im Punkt Anfragen und Mitteilungen ging Verwaltungschef Maurer nochmals auf die Ergebnisse des runden Tisches zum Thema Wildschwein-Problematik ein. Es habe in den letzten Wochen im Bereich Fischbach sowohl Einzel- als auch Gesellschaftsjagden gegeben. An der grundsätzlichen Problematik änderten diese allerdings nichts. Man stehe weiter in Kontakt mit dem zuständigen Saar-Umweltministerium, um auch vor dem Hintergrund der sich dem Saarland aus Richtung Belgien nähernden afrikanischen Schweinepest notwendige und zielführende Maßnahmen zu ergreifen.

Mitarbeiter des Baubetriebshofes seien bereits für den Umgang mit von der Krankheit betroffenen Tieren und Kadavern geschult worden.