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Die Skepsis bleibt
Der Weg zur Zusammenarbeit bleibt steinig

Quierschied. Bis zur Gemeinderatssitzung waren die Sulzbacher Zahlen zum Standesamt nicht in Quierschied. Von Patric Cordier

 Am Ende jeder Tagesordnung jeder Gemeinderatssitzung findet sich der Punkt Anfragen und Mitteilungen. Dort können die Ratsmitglieder dann Fragen und Anliegen aus der Bevölkerung an die Verwaltung richten. Die Themen sind unbegrenzt - vom Schlagloch in der Straße, über die kaputte Beleuchtung bis hin zur Frage des CDU-Mitglieds Stefan Chadzeleck. Der wollte am vorigen Donnerstagabend wissen: „Wie ist eigentlich der Stand bei der Interkommunalen Zusammenarbeit (IKZ) zwischen Sulzbach, Friedrichsthal und Quierschied?“


Die harmlos klingende Anfrage offenbarte dann unerwartet politischen Zündstoff. Denn die IKZ tritt offensichtlich auf der Stelle und ein Schuldiger dafür war kurzzeitig auch ausgemacht. „Nach der letzten Gemeinderatssitzung gab es eine Übereinkunft der Verwaltungsspitzen, dass sich die zuständigen Mitarbeiter noch einmal zusammensetzen und vergleichbare Zahlen (für ein eventuell gemeinsames Standesamt, Anm. d. Red.) aufbereiten“, erklärte Birgit Biehl, die im Quierschieder Rathaus federführend die IKZ begleitet, „Quierschied und Friedrichsthal haben das gemacht. Sulzbach hatte versprochen, Zahlen zu liefern. Quierschied und Friedrichsthal haben die Zahlen ausgetauscht und sind die einzelnen Posten bis ins kleinste Detail durchgegangen.“ Und Sulzbach? „Es kam ein Schreiben von Bürgermeister Adam“, so Biehl weiter, „der dortige Ausschuss für Interkommunale Zusammenarbeit wolle sich zunächst mit den eigenen Zahlen beschäftigen. Aber ihnen liegen ja keine Vergleichzahlen vor.“

Der Sulzbacher Ausschuss seinerseits tagte bereits am Dienstag der Woche, also zwei Tage vor dem Gemeinderat. Dort wurde bei 10 Ja-Stimmen einstimmig beschlossen, die Zahlen, die die Sulzbacher Stadtverwaltung zusammengestellt hatte, nach Quierschied zur weiteren Aufarbeitung zu schicken. Das konnte aber offenbar nicht vor der Gemeinderatssitzung umgesetzt werden.



„Seit der Sache mit der Musikschule trauen die uns nicht mehr“, rief CDU-Ratsmitglied Peter Zimmer in die Runde am Donnerstagabend. Der Quierschieder Gemeinderat hatte damals mit dem angedrohten Austritt aus dem „Zweckverband Musikschule“ letztendlich massive Sparmaßnahmen bei der Musikschule Sulzbach-/Fischbachtal eingeleitet, die heute beiden Kommunen zu Gute kommen. Die Art und Weise der Diskussion hatte dabei aber tiefe Gräben hinterlassen.

Zurück zur IKZ. „Wir können heute im Bereich Standesamt genaue Zahlen aus Friedrichsthal und Quierschied vorlegen“, betonte Biehl, „wir haben die Kosten runtergerechnet, was ein gemeinsames Standesamt den einzelnen Bürger kosten würde. Allerdings ohne die Daten aus Sulzbach. Die sind immer noch auf dem Stand der Studie der Firma teamwerk.“

Quierschieds Bürgermeister Lutz Maurer ergänzte: „Diese Zahlen mussten auch für uns nochmal angepasst werden, weil man da ältere Meldungen der Kommunen zugrunde gelegt hatte. Gerade, was die Einschätzung des Personalbedarfs angeht. Wir haben schon abgeschätzt, welche Einsparmöglichkeiten es für die einzelnen Kommunen geben könnte, aber wir müssen jetzt die Sulzbacher Daten abwarten.“

Im Rahmen der IKZ der drei Kommunen sollte ursprünglich auch geprüft werden, ob und gegebenenfalls wie und wo es ein gemeinsames  Ordnungsamt und/oder einen Baubetriebshof geben könnte. So sieht es zumindest ein Antrag der CDU an den Sulzbacher IKZ-Ausschuss vor. Aber hier gibt es noch keine nähere Verständigung.