Stadt relativiert Hallengebühren

Die geplante Anhebung der Gebühren für die Nutzung von Sporthallen wird einige Sulzbacher Vereine hart treffen. Sie wird aber kommen, weil der Stadtrat sie seinerzeit beschlossen hatte.

Die Hallengebühren in Sulzbach werden zum 1. Januar steigen (wir berichteten). Nach dem TTC Altenwald, der DJK Neuweiler und dem Kneippverein Sulzbach melden sich nun auch der Ehrenvorsitzende der Viktoria Hühnerfeld, Peter Hohmuth, und die Stadt Sulzbach zu Wort.

Hohmuth: "Hier geht es um die Existenz von Vereinen. Gerade bei Hallensportarten wundert es mich, dass die Verantwortlichen nicht auf die Barrikaden gehen." Hohmuth hat Verständnis dafür, dass die Preise nach 30 Jahren einer Anpassung bedürfen, doch "so eine rasante Preiserhöhung schadet." Er erklärt, dass die Vereine seit einigen Jahren für die Pflege und Wartung ihrer Plätze verantwortlich sind. Ein Kostenpunkt, der die Vereine bereits stark belaste: "Wir mussten uns neue Maschinen anschaffen. Allein das Vertikutieren der Rassenfläche kostet zwischen 7000 und 7500 Euro . Irgendwann geht es nicht mehr." Die Viktoria hat laut Hohmuth zurzeit 300 Mitglieder, etwa 100 davon sind Jugendliche.

Auch Bürgermeister Michael Adam äußert sich zum SZ-Bericht. Er zieht "zur Versachlichung" des Artikels "Existenzangst und Verständnis - die neuen Hallenbenutzungsgebühren treiben viele Vereine an ihre Belastungsgrenze" (SZ vom 5.November) einen Vergleich zu den umliegenden Kommunen. So seien in Quierschied und Friedrichsthal die Hallenbenutzungsgebühren schon vor einigen Jahren eingeführt, beziehungsweise angepasst worden, während in Sulzbach noch die Entgeltordnung von 1983 galt. "Die Höhe unserer Gebühren orientiert sich an den Entgeltordnungen der Nachbarkommunen und den nicht stadteigenen Schulturnhallen in Sulzbach . So verlangt der Regionalverband für die Nutzung seiner Hallen an der Gemeinschaftsschule und dem Gymnasium bei Erwachsenen zwischen 6 und 6,60 Euro pro Stunde. Die Gemeinde Quierschied verlangt für ihre Hallen von den Erwachsenen vier Euro , die Stadt Friedrichsthal 5,20 Euro . In Sulzbach sind es in den Schulturnhallen 2,50 Euro und zwischen vier (für ein Drittel der Halle) und 12 Euro (für die komplette Halle) im Sportzentrum", so Adam. Und auch in Friedrichsthal müssten Kinder und Jugendliche für die Hallennutzung zahlen. "1,50 Euro sind es in Friedrichsthal für die Schulturnhallen und ab vier Euro , gestaffelt bis zu 12,60 Euro , in der Helenenhalle", rechnet der Verwaltungschef vor und: "In Quierschied liegt die Gebühr für Kinder und Jugendliche für alle Hallen bei einem Euro . In Sulzbach sind es ein beziehungsweise 1,50 Euro ." Und auch bei den Gebühren für Fremdnutzer bräuchte die Stadt den Vergleich zu den Nachbarn nicht scheuen: "In Friedrichsthal zahlen diese 12,50 Euro in den Schulturnhallen und 35 Euro für die komplette Helenenhalle. In Quierschied zwölf Euro in allen Hallen. In Sulzbach kostet sie die Nutzung einer Schulturnhalle fünf Euro pro Stunde, im Sportzentrum sind es bei der kompletten Halle 36 Euro . Betrachtet man die tatsächlichen Kosten von rund zwölf Euro für eine Stunde in einer städtischen Sporthalle, so sieht man, dass die ehrenamtliche Arbeit der Sulzbacher Vereine weiterhin gefördert wird."

Er verweist auch auf die Gebühren privater Hallen: "Interessant ist auch ein Vergleich zu vereinseigenen Hallen, wie etwa beim Tenniszentrum Sulzbachtal. Hier zahlen Erwachsene je nach Tageszeit und Wochentag zwischen 9,50 Euro und 21,50 Euro für eine Stunde. Für Jugendliche bis 18 Jahre, Schüler und Studenten kostet eine Stunde sieben Euro ." Und Bürgermeister Michael Adam macht deutlich, dass die neue Entgeltordnung vom Sulzbacher Stadtrat einstimmig beschlossen wurde.