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Spvgg. Quierschied besiegt in Fußball-Saarlandliga den FV Bischmisheim

Fußball-Saarlandliga : „Wenn es auf dem Platz brennt, bin ich da“

Benedikt Schmitt spielt mit der Spvgg. Quierschied gegen den FV Bischmisheim und fiebert gleichzeitig mit dem 1. FC Saarbrücken.

Die Hände Richtung Himmel gestreckt und mit einem lauten „Jaaaaa“ auf den Lippen lief Benedikt Schmitt in der 74. Minute quer über den Platz und feierte mit seinen Mannschaftskameraden den Treffer von Julian Fernsner zum 3:1. „Das Tor war extrem wichtig und die Vorentscheidung. In den Minuten davor hatte ich überhaupt kein gutes Gefühl“, sagt der Torhüter des Fußball-Saarlandligisten Spvgg. Quierschied. Beim 4:1 (2:0)-Heimsieg gegen den FV Bischmisheim erlebte der 33-Jährige zunächst einen ruhigen Nachmittag.

Das Spiel vor 250 Zuschauern fand in der ersten Viertelstunde nur außerhalb der Strafräume statt. Schmidt konnte sich in aller Ruhe um ein anderes Spiel kümmern. Er ist leidenschaftlicher Fan des 1. FC Saarbrücken und wäre am Sonntag normalerweise im Ludwigspark-Stadion gewesen – und hätte den 4:0-Sieg des Drittliga-Aufsteigers gegen den Hallescher FC bejubelt. Doch er musste selber spielen. Er fragte Freunde hinter seinem Tor regelmäßig, wie es im Ludwigspark-Stadion steht und wer die Treffer des FCS gemacht hat.

Außergewöhnlich für Torhüter, die normalerweise 90 Minuten fokussiert und wie im Tunnel sind. „Ich bin absolut konzentriert und kann das gut trennen. Wenn es auf dem Platz brennt, bin ich da“, erklärt Schmitt. Bevor er zum ersten Mal richtig eingreifen musste, hatte Julian Fernsner seinen ersten Auftritt. Aus 18 Metern schoss er den Ball zum 1:0 genau in den Winkel (17. Minute).

Vier Minuten später sprintete Schmitt aus seinem Tor und räumte den einschussbereiten Bischmisheimer Lennart Bohl samt Ball ab. Schiedsrichter Julian Geid gab zum Unmut der Gäste keinen Elfmeter. „Das war auch keiner. Ich spiele zuerst den Ball, bevor ich ihn treffe. Das war alles in Ordnung“, erklärte Schmitt.

Zwei Minuten vor der Pause traf Mirco Zavaglina nach einem Eckball zum 2:0. Im zweiten Durchgang begann das schlechte Gefühl bei Schmitt. Christoph Fuhr verwandelte einen Foulelfmeter für den FV Bischmisheim zum 1:2-Anschlusstreffer (51.). Fünf Minuten später musste Johannes Reichrath auf der Torlinie für den geschlagenen Schmitt klären. In der Folge vergab die Spvgg. Quierschied sechs klare Konterchancen – bei allen stand ein Quierschieder völlig frei und schoss jeweils aus kurzer Distanz über das Bischmisheimer Tor. „Das darf normalerweise nicht sein. Wir wissen ja alle, wie das normalerweise ausgeht, wenn du deine Chancen vorne nicht nutzt“, erklärt Schmitt, der seine elfte Saison in der Saarlandliga spielt. Der Polizist hat zu Beginn seiner Karriere im Feld gespielt. Im Tor fühlt er sich aber wohler. Und dort möchte er noch ein paar Jahre für die Spvgg. Quierschied spielen. Auch wenn es, wie am Sonntag, ein paar Nerven kostete. Zavaglia traf zwei Minuten vor dem Abpfiff zum 4:1-Endstand.

Mit dem Sieg springt die Spvgg. Quierschied auf Platz zwei. „Das war verdient heute. Wir müssen aber das Spiel früher entscheiden“, sagt Trainer Thomas Bettinger, der mit seiner Mannschaft am Sonntag, 11. Oktober, um 15 Uhr beim Tabellensiebten SV Mettlach spielt. Der Tabellenzehnte Bischmisheim empfängt am Sonntag um 16 Uhr den Tabellen-14. Saar 05 Saarbrücken, der zuhause Aufsteiger SV Bliesmengen-Bolchen mit 1:3 (0:1) unterlag. „Bei uns fehlen einige Leistungsträger. Dadurch haben wir einfach Probleme. Das Spiel am Sonntag wird richtungsweisend für uns“, erklärt Bischmisheims Trainer Stephan Otte.