SPD greift Freie Wähler scharf an

Quierschied. Die Quierschieder Freien Wähler sind gegen die Nutzung des Volksbank-Gebäudes am Triebener Platz als neues Rathaus (wir berichteten). Sie sagen: Die Gemeinde müsse weitere Schulden machen, um das Haus für 3,1 Millionen Euro zu kaufen. Und sie behaupten: Das Rathaus könne für knapp 1,1 Millionen Euro so saniert werden, dass die Mitarbeiter wieder darin arbeiten können

Quierschied. Die Quierschieder Freien Wähler sind gegen die Nutzung des Volksbank-Gebäudes am Triebener Platz als neues Rathaus (wir berichteten). Sie sagen: Die Gemeinde müsse weitere Schulden machen, um das Haus für 3,1 Millionen Euro zu kaufen. Und sie behaupten: Das Rathaus könne für knapp 1,1 Millionen Euro so saniert werden, dass die Mitarbeiter wieder darin arbeiten können. Obwohl der Gemeinderat kürzlich mehrheitlich den Kauf des Gebäudes beschlossen hat, versuchen die Freien Wähler, diesen Beschluss zu torpedieren. SPD-Fraktionssprecher Dr. Stephan Schmidt (Foto: SZ) spricht in diesem Zusammenhang von "verkehrter Welt" im Gemeinderat. Ausgerechnet die Freien Wähler, die damit werben, dass sie hauptverantwortlich seien für die seit Monaten moderaten Umgangsformen im Gemeinderat, setzten jetzt zum großen Rundumschlag an. "Da werden der Bürgermeisterin Zahlenmanipulationen vorgeworfen und die Parteien im Gemeinderat als Koalition der Schuldenmacher beschimpft", stellt Schmidt fest. Ob Klaus-Dieter Nemecz und Gernot Abrahams ihre plumpen Vorwürfe allerdings wirklich noch im Namen der Freien Wähler machten, dürfe bezweifelt werden. Schmidt findet es merkwürdig, dass die Freien Wähler nach einer Begehung durch das Rathaus sofort eine Kostenschätzung für die Sanierung vorlegen konnten, die weit unter allen Schätzungen von Experten liege. Der SPD-Mann: "Hier sind offenbar selbst ernannte Experten am Werk, die glücklicherweise aber nicht für ihre Aussagen geradestehen müssen." Die Freien Wähler müssten akzeptieren lernen, dass die im Gemeinderat vertretenen Parteien durchaus auch in der Lage seien, Sachverhalte zu überdenken. Aufgrund der eindeutigen Entscheidung für den Erwerb des Volksbank-Gebäudes sollten sich die Freien Wählern überlegen, ob sie nicht danebenschießen. Es sei auch erschreckend, wenn die Fraktion die derzeitige arbeitsrechtlich und arbeitsmedizinisch nicht akzeptable Unterbringung der Rathaus-Mitarbeiter als zumutbar bezeichne. Das sei fehlende Wertschätzung gegenüber den Bediensteten. So entpuppe sich auch die Wahlaussage der Freien Wähler, sie seien angetreten, um eine sachliche und bürgernahe Politik zu machen, bei der der Mensch im Mittelpunkt stehe, nur noch als hohle Phrase. Sollte nicht wenigstens der Dritte Beigeordnete der Gemeinde, Gernot Abrahams, diese Meinung gegenüber den Rathaus-Beschäftigten korrigieren, empfehle die SPD ihm den Rücktritt. Schmidt: "Wir können uns nicht vorstellen, dass andernfalls noch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Verwaltung möglich sein wird." ll

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