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Senioren und die Farbe des Geldes

Michael Klein erklärt Alfred Werny (links) die Merkmale von echten/unechten Geldscheinen. Foto: Thomas Seeber
Michael Klein erklärt Alfred Werny (links) die Merkmale von echten/unechten Geldscheinen. Foto: Thomas Seeber FOTO: Thomas Seeber
Quierschied. Mehr als 50 Teilnehmer wollten Tipps zum Schutz vor Falschgeld aus Expertenmund hören. Beim Seniorenkreis von St. Paul wurden sie nicht enttäuscht. Patric Cordier

Falsche Fünfziger waren nicht dabei, denn die Veranstaltung am vergangenen Dienstag im Gemeindesaal der Pfarrei St. Paul in Quierschied richtete sich gezielt an die Generation 60 plus. Gut 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seniorenkreises waren gekommen, um sich über die Möglichkeiten zu Erkennung von Falschgeld und die richtige Verhaltensweise im Umgang mit Blüten zu informieren.


"Zunächst gibt es aber Kaffee und Kuchen, die Leute wollen sich vorher stärken", sagte Alfred Werny, der Leiter des Seniorenkreises, lächelnd, "wir reffen uns hier sieben bis acht Mal im Halbjahr. Neben Themen der Erwachsenenbildung haben wir auch mal musikalische Gäste dabei".

Diesmal war aber Michael Klein von der Sparkasse Saarbrücken Referent. Über seinen Schreibtisch laufen alle in den Filialen aufgetauchten Blüten - und das würden immer mehr. 2015 stellte die Sparkasse Saarbrücken 283 falsche Geldscheine in einem Nennwert von über 12 000 Euro sicher. "Der Großteil der gefälschten Scheine sind Fünfziger gefolgt von Zwanzigern", erklärte der Experte, "bei kleinen Nennwerten lohnt sich der Aufwand für die Fälscher kaum, größere Scheine sind zu auffällig".

Welchen Schaden Falschmünzerei für die Volkswirtschaft bedeutet, unterstreicht eine Zahl aus dem Jahr 2014. Da wurden deutschlandweit 63 000 Blüten mit einem Nennwert von über 3,3 Millionen Euro entdeckt. Alleine im ersten Halbjahr 2016 wurden schon 47 500 falsche Scheine aus dem Verkehr gezogen.

Klein zerstreute sofort erste Bedenken seiner Zuhörer. "Scheine aus Bankautomaten sind wie die vom Schalter sicher". Eine große Gefahr gehe aber von Märkten und Volksfesten aus.



"Rechtliche Konsequenzen hat man zwar kaum zu erwarten, wenn einem ein falscher Geldschein angedreht wurde", so Klein, "allerdings bleibt man auf dem Schaden selbst sitzen. Falsche Scheine werden nicht ersetzt".

Klein hatte auch verschiedene Blüten dabei. Einige, wie eine ganz plumpe Fälschung aus China, war ganz einfach zu erkennen. Andere dagegen wären beim täglichen Einkauf sicher nicht sofort aufgefallen. "Die Bundesbank hat dazu ein Faltblatt herausgegeben, worin die Merkmale zum Erkennen eines echten Euro-Scheines ganz genau erklärt sind", so der Experte weiter, "grundsätzlich sollte man sich die Begriffe sehen, fühlen, kippen merken".

Hält man beispielsweise den Schein gegen das Licht, werden auf Vorder- und Rückseite schemenhaft das Porträt der Europa und die Wertzahl der Geldnote sichtbar. Auf der Vorderseite der echten Banknote lässt sich am linken und rechten Rand jeweils eine Reihe kurzer, erhabener Linien ertasten. Und kippt man den Schein, bewegt sich auf der glänzenden Zahl ein Lichtbalken und die Farbe wechselt je nach Blickwinkel von Smaragdgrün zu Tiefblau.

Der Vortrag von Michael Klein in Quierschied war mit Unterstützung des Beigeordneten im Regionalverband Manfred Maurer zustande gekommen. "Ich kenne Alfred Werny schon lange und schätze seine Arbeit für die Senioren sehr", sagte Maurer, "darum habe ich hier gern geholfen, zumal es ein Beitrag zur allgemeinen Sicherheit ist".

Der Experte riet übrigens zum vermehrten Einsatz der Bankkarte, um die Gefahr, auf Falschgeld hereinzufallen, zu minimieren.

Dass dadurch aber die Gefahr des "gläsernen Kunden" besteht, ist vielleicht ein anderes Mal Thema bei den Senioren von St. Paul.