Naturschutz macht Schule Im Wald lernen Schüler viel über Klimaschutz

Quierschied/Rehlingen-Siersburg · Lehrerin einer 6. Klasse der Gemeinschaftsschule Quierschied verlegt den Unterricht in die Natur bei Rehlingen-Siersburg.

 Klassenlehrerin Doris Groß verteilt junge Lärchen an ihre Schülerinnen und Schüler aus Quierschied im Wald von Rehlingen-Siersburg.

Klassenlehrerin Doris Groß verteilt junge Lärchen an ihre Schülerinnen und Schüler aus Quierschied im Wald von Rehlingen-Siersburg.

Foto: Barbara Kutsch

Lilli, Malena, Hannah und Tessa strahlen an diesem Morgen im Wald von Rehlingen-Siersburg um die Wette. „Das macht so großen Spaß hier.“ Die elf- bis zwölfjährigen Schülerinnen haben mit ihren Klassenkameraden und Kameradinnen der sechsten Klasse der Gemeinschaftsschule Quierschied für einen Tag ihren Klassenraum in den Wald verlegt.

Ihr Lehrer für diesen ganz besonderen Naturkundeunterricht ist an diesem Tag Privatwaldbesitzer Michael Klein, der auch der Vorsitzende des saarländischen Waldbesitzerverbandes ist. Zusammen mit den Kindern setzt er Lärchen und Mammutbäume auf einer Fläche, die bereits zweimal von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen war. In den Neunzigern hatte der Sturm Wibke die Bäume umgehauen, jetzt sind sie ein Opfer der Trockenheit geworden.

Er erklärt den Kindern, dass Wald bewirtschaftet werden muss, um für die Zukunft stabil zu sein. Jedes Baumpflänzchen, das sie setzen, müsse mit Zweigen geschützt werden, damit die Rehe die noch zarte Baumpflanze nicht auffressen. Der Kontakt von Quierschied nach Rehlingen-Siersburg ist über eine private Verbindung zustande gekommen. Michael, der Mann von Klassenlehrerin Doris Groß, macht schon lange mit seinem Bekannten Wolfgang Huber Brennholz in dem Waldstück und hat den Kontakt zum Waldbesitzer Michael Klein hergestellt. Er findet diesen Nachhaltigkeitstag im Wald extrem wertvoll für die Kinder, weil es aktiver Klimaschutz sei und nicht nur ein passives Statement wie das der Klimakleber.

Doris Groß berichtet, dass die Gemeinschaftsschule in Quierschied bereits Fairtrade Schule ist und als nächstes Ziel den Titel „Nachhaltigkeits-Schule“ anstrebt. Groß: „Dieser Tag im Wald wird die Schülerinnen und Schüler für immer prägen.“ Dass er überhaupt möglich geworden ist, ist einer großzügigen Spende von Wolfgang Huber zu verdanken, der an seinem Geburtstag statt Geschenken Geld für die Kinder gesammelt hat. Und so gibt’s nach getaner Arbeit Würstchen aller Art und Stockbrot. Unterstützt wird dieser Tag von Eltern und der Klassenelternsprecherin Christiane Feindel, die sich viel mehr Thementage wie diesen außerhalb der Schule wünscht. Aber bevor es an die „Atzung“ geht, wie Michael Klein den Imbiss im Wald scherzhaft in alter Jägersprache nennt, müssen die Schülerinnen und Schüler noch ihre Spieße fürs Stockbrot zurechtschneiden.

Michael Groß zeigt ihnen eine kleine Vorrichtung, mit der sie unfallfrei schnitzen können. Um die Mittagszeit sind alle 20 Pflanzen gesetzt, die Stöcke fürs Brot fertig, und es kann ans Grillen gehen. Mit Brötchen und Würstchen stehen Kinder, Lehrerinnen und der Waldbesitzer zünftig zusammen ums offene Feuer. Für die Kinder gibt’s noch eine wirkliche Delikatesse zu entdecken, Michael Klein hat Wildschweinwürstchen gestiftet, von Tieren, die er selbst geschossen hat. „ Sie sind für einen guten Zweck gestorben“, sagt er lachend. Rund um die Feuerstelle stehen gut abgedeckt die jungen Baumpflanzen, jede ist mit einer Nummer versehen, sodass die jungen Waldarbeiter der Klasse 6 aus Quierschied ihre Bäume im Wald von Rehlingen-Siersburg immer wiederfinden können.

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