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Anstehen bei der Anieferung
Hochbetrieb bei den Obst- und Gartenbauern

In der Quierschieder Kelterei nehmen Klaus Gessner, Johann Fries, Hans Werner Woll, Hans Bost und Franz Josef Trenz das Obst entgegen.
In der Quierschieder Kelterei nehmen Klaus Gessner, Johann Fries, Hans Werner Woll, Hans Bost und Franz Josef Trenz das Obst entgegen. FOTO: Thomas Seeber
Quierschied. In Quierschied ist samstags die Kelterei wieder offen. Zentnerweise wurden schon Äpfel angeliefert.

 Ein Wäschekorb, zwei Eimer - so stand Christiane Siewert am vorigen Samstag vor der Kelterei des Obst- und Gartenbauvereins Quierschied. „Das sind die Äpfel aus dem Schulgarten des Theodor-Heuss-Gymnasiums“, erzählte die ehemalige Religions- und Lateinlehrerin aus Sulzbach, „den Saft werden wir später zu Gunsten von Unicef verkaufen.“


Der Parkplatz war voll, anstehen vorm Abladen war eher die Regel denn die Ausnahme. Manche hatten riesige Körbe auf den Anhängern ihrer Fahrzeuge. Am vergangenen Samstag hatte die Kelterei des Obst- und Gartenbauvereins Quierschied zum ersten Mal in dieser Saison ihre Türe geöffnet. Zentnerweise Obst wurde herangekarrt, aus dem Josef Trenz und seine Kollegen dann ab Montag Saft hergestellt haben. „Die Bäume hängen in diesem Jahr richtig voll“, sagte Trenz, „eigentlich hätten wir schon vor drei Wochen anfangen können.“

Die Maschine zur Saftgewinnung nimmt den halben Raum ein. Sie stammt aus den 1920er Jahren und ist damit noch ein gutes Stück älter als die Experten vom rund 170 Mitglieder starken Verein. „Unsere Jüngsten sind in den Sechzigern“, erklärte Trenz, der selbst 80 Jahre alt ist, „mit dem Nachwuchs ist es schwierig, schließlich arbeiten die meisten ja. Außerdem ist unser sechsköpfiges Team eingespielt, da greift eine Hand in die andere.“



Aus einem Wasserbad wird das Obst dann über eine Art Raupen-Mechanik nach oben befördert und zerkleinert. „Das sieht dann fast aus wie Sauerkraut“, erklärte Trenz. Die so entstandene Meische wird in Holzrahmen in drei Schichten gestapelt, zwischen den Lagen sind Tücher angebracht. Dann wird mit über 200 Kilo Druck der Saft aus der Meische gepresst und läuft durch ein weiteres Sieb in eine Auffangwanne. Von dort kommt er zunächst in Plastikfässer. „Bei uns bekommt jeder den Saft aus den Früchten, die er auch abgegeben hat“, betont Trenz, „in der Regel bekommt man aus 50 Kilo Obst etwa 25 Liter Saft.“ Der wird vor dem Abfüllen noch einmal auf 80 Grad erhitzt. In Plastikbeutel mit Drehverschluss gefüllt und in praktische Pappkisten verpackt ist er schließlich abholbereit. Mitglieder kostet die fünf Liter-Box Saft 4,70 Euro, Nichtmitglieder müssen 5,50 Euro bezahlen.

„Der Sommer war gut“, sagte Trenz, „ich denke, wir werden diesmal mehr als 3000 Liter produzieren.“ Nächste Chance, aus seinem Obst eigenen Saft machen zu lassen, besteht am kommenden Samstag ab 16 Uhr.

(cor)