Quierschied macht weiter Miese

Quierschied. Auch in Quierschied hat die doppelte Buchführung Einzug gehalten. Der Ergebnishaushalt - hier stehen sich Erträge und Aufwendungen gegenüber - schließt mit einem Minus von rund 630 000 Euro. Ausgaben von 21 949 124 Euro stehen Erträge von 21 320 194 Euro gegenüber. Das heißt: Die Gemeinde gibt auch 2010 wieder mehr Geld aus, als sie einnimmt

Die Quierschieder Verwaltung sitzt nun im Volksbank-Gebäude - und blickt weiter auf rote Zahlen. Foto: Iris Maurer

Quierschied. Auch in Quierschied hat die doppelte Buchführung Einzug gehalten. Der Ergebnishaushalt - hier stehen sich Erträge und Aufwendungen gegenüber - schließt mit einem Minus von rund 630 000 Euro. Ausgaben von 21 949 124 Euro stehen Erträge von 21 320 194 Euro gegenüber. Das heißt: Die Gemeinde gibt auch 2010 wieder mehr Geld aus, als sie einnimmt. Bürgermeisterin Karin Lawall weist darauf hin, dass in diesem Jahr der Gemeinde noch ein besonderer "Glücksfall" die Bilanz verbessert. Lawall: "Aus der Insolvenzmasse der Firma Ha-Ra bekommen wir rund sechs Millionen Euro an Gewerbesteuer." Allerdings betont die Bürgermeisterin: "Durch diesen Glücksfall wird unser strukturelles Defizit überdeckt." Kämmerer Toni Schönenberger (Foto: ll) erläutert: "Seit 1995 geben wir jedes Jahr mehr Geld aus, als wir einnehmen." Sein Blick auf die kommenden Jahre zeigt das deutlich. Nach seinen Planungen macht Quierschied im kommenden Jahr einen Verlust von rund 6,2 Millionen Euro. 2012 sind es 5,8 und 2013 noch 5,6 Millionen Euro. "Ohne eine Gemeindefinanzreform kommen wir aus dieser Lage nicht heraus", meint Karin Lawall. Dank der Zahlung aus der Insolvenzmasse der Firma Ha-Ra ist diesmal die Gewerbesteuer mit 7,16 Millionen Euro der dickste Brocken auf der Ertragsseite. 5,67 Millionen Euro betragen die Schlüsselzuweisungen. Das sind 1,1 Millionen Euro weniger als 2009. Kaum verändert haben sich die sonstigen Erträge wie Gebühren und Entgelte. Sie belaufen sich auf 3,74 Millionen Euro. Um rund 100 000 Euro gesunken ist der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer. Hier hat der Kämmerer 3,35 Millionen Euro verbucht. Auf dem Niveau des Vorjahres bewegt sich die Grundsteuer mit knapp einer Million Euro. Und an sonstigen Steuern - Anteil an der Umsatzsteuer sowie Hunde- und Vergnügungssteuer - stehen 400 000 Euro im Ergebnisplan 2010. Der größte Betrag auf der Aufwandseite ist die Regionalverbandsumlage. Sie ist um etwas über eine Million auf nun 6,79 Millionen Euro angestiegen. 2010 zahlt die Gemeinde 5,96 Millionen Euro an Personalkosten, 200 000 Euro mehr als im vergangenen Jahr. Grund sind die Tariferhöhungen. Und erstmals musste der Kämmerer wegen der doppischen Buchführung auch Abschreibungen verbuchen: 1,82 Millionen Euro. Froh ist Schönenberger, dass das Zinsniveau immer noch niedrig ist. Trotzdem sind die Zinsen für Kassenkredite um 280 000 Euro auf 750 000 Euro gestiegen. Lawalls Fazit: "Der Haushalt 2010 sieht nicht schlecht aus. Er ist allerdings durch die Ha-Ra-Millionen geschönt. Bereits nächstes Jahr holt uns die bittere wieder Realität ein."