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Aus dem Gemenderat
Das sensible Thema bleibt in aller Munde

Quierschied. Um Wasser, dessen Qualität und den Preis dafür ging es jetzt im Gemeinderat. Dieser hob die Gebühren nach Jahren wieder an. Von Patric Cordier

Wasser war das große Thema in dieser Woche in der Gemeinde. Die Belastung des Trinkwassers in Fischbach und das vom Gesundheitsamt zeitweise angeordnete Abkochgebot (wir berichteten) war am vergangenen Donnerstag auch ein kurzfristig angesetzter Tagesordnungspunkt im Gemeinderat. Bürgermeister Lutz Maurer schilderte noch einmal den zeitlichen Ablauf der Ereignisse und unterstrich, dass sich Verwaltung, Gemeindewerke und Mitarbeiter exakt an die gesetzlichen Vorgaben gehalten haben. „Es wurden auch alle Informationswege eingehalten, die der Aktionsplan des Gesundheitsamts vorsieht“, so Maurer. Ohnehin habe es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme gehandelt, so der Verwaltungschef, der betonte: „Hätte das Gesundheitsamt empfohlen, das Wasser komplett vom Netz zu nehmen, hätte das auch zu drastischeren Maßnahmen geführt. Diese waren aber nicht notwendig“.


Von einigen Nutzern sozialer Netzwerke war weniger die Arbeit an der Leckage der Leitungen sowie die zumindest bis kommenden Dienstag andauernde Chlorung des Wassers kritisiert worden. Sie fühlten sich zu spät in Kenntnis gesetzt. „Die Beschädigung der Hauptleitung war ebenso wenig vorhersehbar wie die Folgen abschätzbar“, stellte Maurer klar, „wenn wir bei jedem der 40 bis 50 Wasserrrohrbrüche im Jahr eine präventive Information der Bevölkerung durchführen würden, würde die Wertigkeit einer Warnung letztlich doch darunter leiden.“

SPD-Sprecher Stefan Schmidt - er wohnt selbst in Fischbach - lobte Gemeindewerke und Verwaltung: „In einem solchen Havariefall gibt es leider immer Unzufriedenheiten. Die Qualität der Arbeit und die des Wassers steht aber außer Frage.“ Nach Informationen der Verwaltung habe es sich um den ersten derartigen Störfall seit über 30 Jahren gehandelt.



Damit die Wasserversorgung in der Gemeinde gesichert wird und die Qualität gut bleibt, müssen die Gemeindewerke investieren. Auch dafür machte der Gemeinderat den Weg frei. Über 290 000 Euro werden in Kanal- und Schachtbauarbeiten in Drossel-, Erlen- und Kastanienweg investiert, mit denen eine Völklinger Firma als günstigster von drei Anbietern beauftragt wurde. „Es ist schön, dass bei solchen Submissionen sich mehr als eine Firma meldet“, sagte Schmidt im Hinblick auf die jüngst gescheiterte Ausschreibung der Landeshauptstadt für das Projekt Ludwigsparkstadion.

„Auch um das Netz instand halten zu können, muss der Preis erhöht werden“, sagt CDU-Sprecher Timo Flätgen, „das ist kein Punkt, der Spaß macht, aber er ist nach seriösen Berechnungen und nach dem Kostendeckungsprinzip unvermeidlich“. Zuvor hatte der kaufmännische Werkleiter der Gemeindewerke Wolfram Prinz die zunehmende Verschlechterung der Ertragslage erklärt. Darum beschloss der Gemeinderat eine Anhebung der Gebühren für Schmutzwasser von bisher 3,29 Euro pro Kubikmeter auf 3,33 Euro. Frischwasser kostet ab dem 1. Januar 2019 1,93 Euro pro Kubikmeter (bislang 1,78 Euro). Die sogenannte Bereitstellungsgebühr wird von 7 Euro auf 8,80 Euro angehoben. „Es ist die erste Erhöhung seit dem Jahre 2011“, erklärte Bürgermeister Maurer. „Natürlich tut irgendwo jeder Cent weh“, sagte Schmidt, „aber für die Qualität ist es noch immer ein Spottpreis. Schließlich ist Wasser unser wichtigstes Lebensmittel“. Und es ist nicht nur in Quierschied und in dieser Woche in aller Munde.