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Noch ein parteiloser Kandidat für die Bürgermeisterwahl

Quierschied. Am 31. Mai 2015 entscheiden die Quierschieder, wer Nachfolger von Bürgermeisterin Karin Lawall wird. Und geht es nach Dirk Noll, werden die Wähler zwei Alternativen auf dem Zettel haben. Denn nach Lutz Maurer will nun auch der 37-Jährige zur Wahl antreten. Patric Cordier

"Das ist meine Vorstellung einer Demokratie", sagt der gelernte Koch Dirk Noll, der als parteiloser Bewerber an den Start geht. "Ich sehe die Unabhängigkeit von einer Partei durchaus als Vorteil. So kann der künftige Bürgermeister einfach nur aufgrund der besseren Argumente Entscheidungen treffen und nicht, weil er einer Partei irgend etwas zu verdanken hat." Um zur Wahl antreten zu dürfen, braucht der Bewerber allerdings 99 Unterstützerunterschriften. Noch bis Donnerstag, 18 Uhr, können sich Wahlberechtigte im Rathaus in die Listen eintragen. "Als parteiloser Kandidat bezahle ich natürlich auch meine gesamten Wahlkampfkosten selbst", sagt Noll, "das kommt bei den Menschen bislang gut an. Als ich im Ort unterwegs war, um mich und meine Beweggründe vorzustellen, wurde oft zuerst gefragt, welcher Partei ich angehöre. Als ich gesagte habe ,keiner', wurde ich reingelassen."

Noll stammt aus Friedrichsthal, ist aber schon im Kindesalter nach Fischbach übersiedelt und wohnt seit 25 Jahren in Quierschied . Ein "Beigeplätschder" - wie man die Zugezogenen nennt - sei er also nicht. "Lutz Maurer ist doch auch Fischbacher", scherzt Noll und betont: "Ich fühle mich als echter Quierschieder."

Das ehrenamtliche Engagement der Feuerwehr und in den Vereinen ist Dirk Noll ein Anliegen. Jahnturnhalle und Taubenfeldhalle sollen ertüchtigt werden. Gleiches gilt für die Spielplätze in der Gemeinde. "Hier bin ich für Qualität statt Quantität", sagt Noll. Er würde mit einem verstärkten Auftreten des Ordnungsamtes für mehr Sauberkeit und Sicherheit im öffentlichen Raum sorgen. Dass demografischer Wandel, Finanzlage und Schuldenbremse nur wenig Gestaltungsspielraum lassen, ist dem Kandidaten durchaus bewusst. "Das alte Wellenschwimmbad muss einer Nutzung zugeführt werden. So steht es leer und kostet nur Geld", nennt Noll ein mögliches Projekt, und "durch weitere Unternehmensansiedlung in Göttelborn aber vor allem in Fischbach-Camphausen kann man mehr Arbeitsplätze schaffen und die Gewerbesteuereinnahmen verbessern."

Eines ist dem unabhängigen Kandidaten aber besonders wichtig: "Ich bin kein klassischer Politiker und werde keine Versprechungen machen, wenn ich sie später nicht einhalten kann."

Zur Person: Nach der Mittleren Reife absolvierte Dirk Noll eine Ausbildung zum Koch. Ab 2001 arbeitete der Quierschieder als Justizvollzugsbeamter. Nach einem Dienstunfall war er zunächst Fahrer des damaligen Gesundheits- und Verbraucherschutz-Ministers Georg Weisweiler. Im Anschluss arbeitete der 37-Jährige in Landesamt für Vermessung, Geoinformation und Landentwicklung sowie im Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz. In seiner Freizeit besucht er mit Ehefrau Jeannine gerne Mittelaltermärkte. Beide engagieren sich in Kinderhospizdienst Saar.