Nikolaus auf Hausbesuch

In Quierschied hat der Nikolaus viel zu tun. So viel, dass er sogar eine eigene Verwaltung bekommen hat, bei der man Termine mit dem heiligen Mann vereinbaren kann. Allein am 5. Dezember standen 48 Besuche an.

"Nikolaus ist ein guter Mann", singen Tausende Kinder jedes Jahr. In Quierschied genügt ein kurzer Anruf bei der "Nikolaus-Verwaltung" und schon kommen er und sein Knecht Ruprecht zu den Kleinen nach Hause. Falls noch ein Termin frei ist.

Schon seit vielen Jahren liegt die Terminverwaltung des heiligen Mannes in den Händen von Angelika Schröder. Sie macht das für den Karnevalsverein Die Quierschder Wambe. "Manchmal müssen wir Anfragen auch absagen", sagt Angelika Schröder. Jedes Jahr, von Ende November bis kurz vor Heilig Abend, ist der Wambe-Nikolaus mit seinem Helfer Knecht Ruprecht unterwegs. "Anfangs war es ein Team. Mittlerweile sind es sechs Teams", erklärt Joachim Schröder, der 2. Vorsitzende des Vereins. Er selbst "macht" den Nikolaus. Seit drei Jahren unterstützt ihn Sohn Sascha als Knecht Ruprecht.

Ende November holt Angelika Schröder die Kostüme und die Stäbe aus dem Schrank. Allein am Nikolaustag, 5. Dezember, hatten die sechs Teams 48 Auftritte. "Unser erster Termin war um 16 Uhr, der letzte um 20.30 Uhr", erzählt Sascha. Dazu kommen noch viele weitere Auftritte bei Vereinen, in Seniorenheimen oder auch beim Quierschieder Weihnachtsmarkt. Die ungleichen Tandems sind nicht nur in Quierschied unterwegs, sondern beispielweise auch in Bildstock, Friedrichsthal, Dudweiler oder Merchweiler.

Mit seiner Größe von knapp 1,90 Metern ist er Sascha Schröder ein furchteinflößender Knecht Ruprecht. "Wenn die Kinder etwas forscher werden, zeige ich immer auf ihn und schon sind sofort wieder brav", sagt Joachim Schröder und muss lachen. Denn eines steht für ihn fest. "Der Nikolaus darf keine Furcht einflößen." Und so hat er im Zwiegespräch mit Knecht Ruprecht auch das letzte Wort, und das ist immer ein Lob für die Kleinen. Der Besuch bei einer Familie dauert mindestens 15 Minuten. Joachim Schröder: "Wenn wir in die Wohnung kommen, sagen wir zuerst ein Gedicht auf. Dann widmen wir uns den Kindern." Nach dem Zwiegespräch erhalten die Kinder dann ihre Geschenke. Und gemeinsam mit der Familie singen der Nikolaus und Knecht Ruprecht noch ein Lied. Was die beiden den Kindern sagen sollen, teilt die Familie bei der Terminabsprache mit. Die guten Eigenschaften schreibt der Nikolaus in sein goldenes Buch, Knecht Ruprecht hat das schwarze. Bei den Besuchen kommt es auch immer wieder zu lustigen und auch kuriosen Szenen. So erzählt Schröder, dass einmal nach dem Verteilen der Geschenke immer noch was im Rucksack war. "Das war die Dekoration, die neben den Geschenken für die Kinder vor der Tür stand", erinnert er sich noch genau. Noch heute "bestelle" die Familien den Wambe-Nikolaus. Und wenn sie anrufe, sage sie immer: "Ich bin die mit der Dekoration." Und für Joachim und Sascha Schröder gibt es einfach nichts Schöneres, "als in die staunenden Augen der Kinder zu schauen, wenn wir kommen".

Übrigens: Das Geld, das die Teams bekommen, stecken sie in den Verein. Dafür werden unter anderem Kostüme für die Garden gekauft.