Tiernahrung: Neuigkeiten über Hundefutter

Tiernahrung : Neuigkeiten über Hundefutter

Vor rund 20 Zuhörern wurden in einem Seminar die Vorteile einer „artgerechten“ Nahrung für fleischfressende Vierbeiner dargestellt.

Die Gesundheit beginnt im Darm – wie beim Menschen. Diese Meinung vertrat Christine Brach vor wenigen Tagen bei einem Seminar im Alten Sängerheim in Quierschied. Brach ist Tierheilpraktikerin, Ernährungsberaterin für Hunde und spezialisiert auf „barfing“. „Barf ist eine Methode zur Ernährung fleischfressender Haustiere, die primär für Hunde entwickelt wurde“, erklärte sie den etwa zwei Dutzend Besuchern. Das Prinzip ist jedoch auch beispielsweise auf Katzen übertragbar. Die Barf-Entwickler hätten sich an den Fressgewohnheiten der Vorfahren der Hunde orientiert: den Wölfen. Die Unterschiede der DNA der beiden Tierarten würden weniger als 0,2 Prozent betragen, so Christine Brach. „Wölfe ernähren sich von Beutetieren, die sie nahezu vollständig fressen“, erläuterte sie. Außerdem nehmen sie über Gräser, Kräuter oder auch Kot von Pflanzenfressern auch pflanzliche Stoffe auf. Insofern könne man kaum von artgerechter Nahrung sprechen, wenn bei einer bekannten Futtersorte, die mit Huhn und Pute werbe, von diesen lediglich 23 Prozent enthalten seien. Zudem seien bei allzu vielen Futtersorten viel zu viel Mais, Weizen und Soja untergemischt.

Die Verfechter von Barf sehen in der artgerechten Fütterung einige Vorteile. „Sie als Hundebesitzer wissen, was das Tier bekommt, da Sie es selbst zubereiten“, so die Tierheilpraktikerin. Zudem werde das Tier widerstandsfähiger, das Immunsystem stärker und Muskeln, Sehnen, Bänder und Gelenke würden kräftiger werden. Zudem werde die Kotmenge deutlich geringer, Zahnstein werde verringert, Mundgeruch verhindert und das Fell glänzender.

Harte Kritik übte sie an der Futtermittelindustrie, die Tierbesitzern durch teure Werbung und Lobbyismus einreden würde, dass deren Futter artgerecht und gut sei. Doch ein Indiz, das eindeutig dagegen spreche, sei, dass, seitdem in den 70er Jahren das Fertigfutter eingeführt wurde, das Aufkommen von Allergien bei Tieren regelrecht explodiert sei. Seit diesem Zeitpunkt sei auch ein stetiger Anstieg von Bauchspeicheldrüsenerkrankungen, chronischen Ohrerkrankungen, Juckreiz und sonstigen Erkrankungen festzustellen. Für die Industrie sei es vor allem ein sehr gut laufendes Geschäft – immerhin rund 9,1 Milliarden Euro würden pro Jahr für Futter in der Heimtierhaltung umgesetzt werden.

Einer der rund 20 Teilnehmer, der früher Metzger war, hatte sich sogar der Mühe unterzogen, die Zutatenliste eines Hundefutters genauer anzuschauen und im Internet daraufhin alle Zutaten zu untersuchen: „Da wird es einem schlecht.“ Er erzählte von seinem eigenen Hund, der im vergangenen Jahr als „todsterbenskrank“ galt. Nach dem Umstieg auf barfing gehe es ihm nun wieder blendend. Er habe glänzendes Fell und laufe wieder seine acht bis zehn Kilometer. Darüber, welche Unternehmen während ihrer Futterproduktion Tierversuche einfließen lassen, kann man sich auf der Internetseite der Tierschutzorganisation Peta informieren.

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