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Neues Leben für den Ortskern

Zahlreiche Besucher interessierten sich für die Fortschritte an der neuen Ortsmitte. Fotos: Thomas Seeber
Zahlreiche Besucher interessierten sich für die Fortschritte an der neuen Ortsmitte. Fotos: Thomas Seeber
Göttelborn. Der offizielle Spatenstich für die neue Göttelborner Ortsmitte wurde gesetzt. Die Eröffnung ist bereits für Mitte Oktober geplant. Bleibt alles im Zeitplan, kann hier auch der Weihnachtsmarkt stattfinden. Patric Cordier

"Wer will fleißige Handwerker sehen", sangen die Kinder der Göttelborner Kita und fast war man geneigt, die Zeile mit "der muss zum Konzertwald gehen" zu beenden. Zwar fand dort am Donnerstag eigentlich "nur" der öffentliche Spatenstich für die neue Ortsmitte statt, erste Fortschritte des millionenschweren Projekts kann man aber schon bestaunen.

Die alten Bäume, unter denen der neue Dorfplatz entsteht, sind durch Latten geschützt. Der Boden ist aufgerissen, Gräben für Leitungen gezogen. "Die Spaten müssten schon richtig abgenutzt sein", scherzte Architekt Luca Kist, dessen Unternehmen die Planung des Platzes übernommen hat: "Die Eröffnung ist für Ende Oktober geplant, der Weihnachtsmarkt wird auf jeden Fall schon darauf stattfinden." Dann wurden alleine für diese Maßnahme 350 000 Euro ausgegeben sein. 2,4 Millionen Euro stecken Sandra Scholler und Heike Martini in die alte Festhalle. Dort soll eine ambulante Pflegestation sowie eine Wein-Gastronomie Einzug halten, dazu zwei Wohnungen mit Dachterrasse und Südblick entstehen (wir berichteten).

"Wir sind schneller als im Zeitplan vorgesehen und hoffen, im Herbst einziehen zu können", sagt Heike Martini. Bislang wurden etwa 15 Tonnen Profilstahl und 1200 Quadratmeter Gipskarton verbaut und über sechs Kilometer Kabel eingezogen. Sandra Scholler ist beim Rundgang durch den Rohbau der Besitzerstolz anzumerken: "Wir freuen uns darauf, bald loslegen zu können. Es ist einfach fantastisch, wie reibungslos alle Handwerker hier zusammenarbeiten."

Dass Scholler und Martini sich in das Objekt im Konzertwald verliebt haben, war für Göttelborns Ortsvorsteher Peter Saar "die Initialzündung für das Gesamtprojekt. Ich erinnere mich noch, wie ich im Wahlkampf 2009 für die Wiederbelebung des Konzertwaldes und damit für eine neue Ortsmitte in Göttelborn geworben habe. Und nach wenigen Jahren stehen wir jetzt vor der Umsetzung. Es ist ein toller Tag für die Bevölkerung. Auch weil er zeigt, dass Göttelborn nicht das fünfte Rad am Wagen der Gemeinde ist. Wir bekommen unsere Ortsmitte noch bevor Quierschied seinen Kultursaal beginnt."

Der Weg dahin war aber auch von schwierigen Verhandlungen geprägt. Kein Wunder bei einem Gemeinschaftsprojekt von privaten Investoren, Gemeinde und Einrichtungen des Landes. Und es gab auch handfeste Befürchtungen. "Die Befürchtung von Schimmelbefall im Dachstuhl der Festhalle bestätigte sich Gott sei Dank nicht", erinnert sich Heinz-Peter Klein von der Landesentwicklungs-Gesellschaft (LEG), "die Belebung des Ortskerns ist ein rundes Gesamtkonzept." An der die LEG weiter mitarbeitet. Sechs mögliche Grundstücke (,,Baufenster") für Doppelhäuser sind vorgesehen, eine Erschließungsstraße ist beauftragt. Die Häuser sollen, ebenso wie ein 2000 Quadratmeter großes Wohn- und Geschäftshaus mit bis zu 15 Wohneinheiten vom Völklinger Unternehmer Armin Plavulj erstellt werden. "Ein Musterhaus wollen wir noch in diesem Jahr anfangen. Der Baubeginn für das große Objekt, das ja unmittelbar an die alte Festhalle angrenzt, ist für März 2016 vorgesehen", erklärt Plavulj, "wir werden zwischen vier und fünf Millionen Euro investieren."

Nicht nur für die Göttelbornerinnen und Göttelborner, auch für Bürgermeisterin Karin Lavall scheint mit der Umsetzung der Pläne ein Wunsch in Erfüllung gegangen zu sein. "Es war ein Ziel zu Beginn meiner Amtszeit, dass in diesem, vom Ende des Bergbaus so gebeutelten Ort, etwas Neues entsteht", sagt die im Januar 2016 aus dem Amt scheidende Verwaltungschefin, "auf diesem Platz, der seit Generationen für Tradition und Kultur steht, hat Göttelborn nun ein Stück seiner Identität zurückbekommen."

Auch wenn die fleißigen Handwerker noch eine Menge Arbeit vor sich haben.



Peter Saar, Heike Martini, Hugo Kern, Sandra Scholler, Rita Gindorf-Wagner, Bürgermeisterin Karin Lawall, Heinz-Peter Klein, Luca Kist, Armin Plavulj und Hans-Joachim Schu setzen den symbolischen Spatenstich.
Peter Saar, Heike Martini, Hugo Kern, Sandra Scholler, Rita Gindorf-Wagner, Bürgermeisterin Karin Lawall, Heinz-Peter Klein, Luca Kist, Armin Plavulj und Hans-Joachim Schu setzen den symbolischen Spatenstich.
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