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Neuer Kultursaal fällt kleiner aus

Neuer Kultursaal fällt kleiner aus

Quierschied. Das alte Quierschieder Rathaus soll abgerissen werden - und der Kultursaal samt Bücherei gleich mit. Heute ab 18 Uhr beschäftigt sich der Gemeinderat im öffentlichen Teil der Sitzung im Kultursaal mit dem Thema. Das Rathaus versperrt die Sicht von der Marienstraße und dem Marktplatz auf den neuen Rewe-Markt, der auf dem Parkplatz oberhalb der Post gebaut wird

Quierschied. Das alte Quierschieder Rathaus soll abgerissen werden - und der Kultursaal samt Bücherei gleich mit. Heute ab 18 Uhr beschäftigt sich der Gemeinderat im öffentlichen Teil der Sitzung im Kultursaal mit dem Thema. Das Rathaus versperrt die Sicht von der Marienstraße und dem Marktplatz auf den neuen Rewe-Markt, der auf dem Parkplatz oberhalb der Post gebaut wird. Nach Angaben von Bürgermeisterin Karin Lawall (Foto: ll) hat sich der Gemeinderat bei der Verabschiedung des Hauhaltes 2010 für den Abriss des Rathauses ausgesprochen und Geld dafür eingestellt. Lawall macht aber deutlich, dass auch über die Zukunft des Kultursaales entschieden werden muss. Sie weist darauf hin, dass sich der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich für den Abriss beider Gebäude ausgesprochen hat. Im Auftrag der Gemeinde hat das Stadt- und Umweltplanungsbüro Agsta aus Völklingen ein "Strategiepapier Kultursaal Quierschied" entwickelt. Die Planer begutachteten den baulichen Zustand, ermittelten die Nutzung des Saales und untersuchten vier Varianten: Sanierung, Abbruch und Verlagerung auf vorhandene Räume, Abbruch und Neubau am jetzigen Standort sowie Abbruch und Neubau an einem anderen Standort. Die Sanierungskosten für den Kultursaal beziffert das Büro auf rund 2,8 Millionen Euro. Bei den Kosten für einen Neubau in gleicher Größe kommen die Planer auf rund 2,4 Millionen Euro. Die Abbruchkosten schätzen sie auf 250 000 Euro. Bei der Untersuchung der Belegungspläne kommen sie zum Ergebnis, dass die vorhandenen Spiel- und Sporthallen keine dauerhafte Umnutzung als Kultur-, beziehungsweise Veranstaltungssaal zulassen. Das Planungsbüro empfiehlt den Neubau eines Kultursaals am jetzigen Standort in der Ortsmitte. Allerdings eine Nummer kleiner. Zudem schlägt das Büro im Rahmen eines städtebaulichen Planverfahrens eine so genannte Mehrfachbeauftragung vor. Das ist eine Art Ideenwettbewerb von ausgewählten Architekten, Stadtplanern sowie Garten- und Landschaftsbauern. Nach Angaben von Lawall erachtet auch das saarländische Umweltministerium eine städtebauliche Neuordnung der Quierschieder Ortsmitte als sinnvoll. Bei Gesprächen mit der Gemeinde habe das Ministerium Fördergeld für den Abriss von Rathaus und Kultursaal sowie für die Planungskosten für die Mehrfachbeauftragung sowie für die Kosten der Freiflächengestaltung in Aussicht gestellt. Zum Hintergrund: Beim Unwetter am 3. Juli 2009 wurde das Rathaus so stark beschädigt, dass es seither nicht mehr genutzt wird. Die Verwaltung hat nun im ehemaligen Gebäude der Volksbank ihren Sitz. Die Gemeinde hat das Haus für 2,85 Millionen Euro gekauft. Der Kultursaal steht direkt vor dem Rathaus, ist mit ihm verbunden. Unter dem Saal befindet sich die Gemeindebücherei.