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Maria Himmelfahrt: Die Kirche bleibt im Dorf

Maria Himmelfahrt: Die Kirche bleibt im Dorf

Die zentral gelegene Kirche ist im Laufe der rund 150 Jahre ihres Bestehens umgestaltet und erneuert worden. Auch der damalige Pfarrer packte mit an. Heute gilt sie als Prunkstück in der Ortsmitte – nicht nur bei Katholiken.

Majestätisch erhebt sie sich mitten im Dorf - zwischen Rathaus und Marienstraße: die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Quierschied . Was im Ort passiert, hat sie genau im Blick - seit rund 150 Jahren.

Die Grundsteinlegung war am 7. Oktober 1863. Knapp drei Jahre später, am 19. August 1866, war die Einweihung. Die Konsekration folgte am 24. Oktober 1866. Bis die damalige Vikarie Quierschied zur eigenständigen Pfarrei erhoben wurde, dauerte es noch drei weitere Jahre. Am 27. April 1869 war es soweit. Damals gab es in Quierschied schon 1453 Einwohner. Sie waren überwiegend katholisch. Innerhalb von 15 Jahren stieg die Zahl der Katholiken auf über 4000. Die Kirche musste erweitert werden.

Nach Plänen des Gelsenkirchener Architekten Lambert von Fisenne wurde an beiden Seiten ein Längsschiff angebaut. Im Sommer 1898 war die Erweiterung abgeschlossen. An Maria Himmelfahrt wurde die Kirche eingesegnet. 1972 erfolgte eine grundlegende Umgestaltung des Kircheninneren. Eine Altarinsel wurde angelegt. Die Kirche erhielt neue Bänke, eine neue Heizung, einen neuen Fußboden. Die heute noch vorhandene Klais-Orgel - von Johanns Klais aus Bonn - spielte zum ersten Mal am 23. Oktober 1938. Sie wurde 1977 umfassend renoviert. 1994 wurden die Elektro-Installation und die Beleuchtung in der Kirche erneuert. Von August bis Oktober 2005 wurde wieder im Kircheninneren gearbeitet. Die 1972 angelegte Altarinsel erhielt einen neuen Belag und wurde um eine Stufe herabgesetzt. Zudem wurde ein fester Altar eingebaut, und die Kirche bekam ein neues festes Lesepult. Die Kosten beliefen sich auf rund 90 000 Euro. Zur Einsegnung von Gottes renoviertem Wohnzimmer kam der damalige Trierer Bischof Reinhard Marx nach Quierschied .

2007 wurde dann der Boden im Schiff der Pfarrkirche erneuert. Pünktlich zum Pfarr- und Patronatsfest am 15. August waren die Arbeiten, die 42 000 Euro kosteten, erledigt. Viele Ehrenamtliche halfen dabei. Auch der damalige Pastor Markus Wirth streifte den Blaumann über und packte mit an. Mit der Erneuerung des Bodenbelages im Kirchenschiff war die Sanierung im Inneren der Pfarrkirche abgeschlossen.

Heute ist Michael Müller der leitende Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Quierschied , die aus den Pfarrgemeinden Maria Himmelfahrt und St. Paul in Quierschied sowie den beiden Pfarrgemeinden St. Josef Fischbach und St. Josef Göttelborn besteht. Im November vergangenen Jahres kam Müller nach Quierschied . Er hat sich mittlerweile gut eingelebt in seiner neuen Gemeinde. "Ich bin angekommen, nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich", sagt der Seelsorger und ergänzt: Die Quierschieder hätten es ihm mit ihrer Herzlichkeit und Wärme aber auch leicht gemacht.

"Ich habe von meinen Vorgängern bestellte Felder übernommen", stellt Müller heraus und betont: "Sie haben hier in der Gemeinde bemerkenswerte ehrenamtliche Strukturen aufgebaut."

Mittlerweile hat Michael Müller in allen Pfarrgemeinden die Pfarrfeste miterlebt. Dabei hat ihn besonders beeindruckt, dass dabei auch Menschen mitarbeiten, die nicht jeden Sonntag in der Kirche anzutreffen sind. "Die Quierschieder haben eine einzigartige Willkommens- und Begegnungskultur im Blut", so Michael Müller über seine Gemeinde - im doppelten Wortsinne.