Lawall: ,,Loch im Herzen wird geschlossen“

Lawall: ,,Loch im Herzen wird geschlossen“

Quierschied bekommt einen neuen Kultursaal. Im Obergeschoss des Gebäudes in der Ortsmitte soll der Veranstaltungssaal untergebracht sein, im Untergeschoss wird eine Bankfiliale einziehen.

Am kommenden Freitag wird Quierschieds Bürgermeisterin offiziell in den Ruhestand verabschiedet und ihr Nachfolger, Lutz Maurer, ins Amt eingeführt. Doch gewissermaßen noch auf der Ziellinie ihrer Amtszeit ist es Karin Lawall gelungen, die Auftragsvergabe für den Bau des neuen Kultursaals in der Quierschieder Ortsmitte auf den Weg zu bringen.

Mit den Stimmen von SPD , CDU und Linken wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung das Angebot der St. Ingberter Baufirma Peter Groß als Generalunternehmer angenommen (wir berichteten bereits überregional). Groß hatte in einem langwierigen Bieterverfahren mit am Ende rund 3,9 Millionen Euro für die schlüsselfertige Erstellung des Gebäudes das günstigste Angebot abgegeben. ,,Das Projekt ist für mich etwas ganz Besonderes", sagte Lawall durchaus bewegt, "das Loch im Herzen der Gemeinde wird endlich geschlossen. Es entsteht ein Zentrum für Kultur, Musik, Theater und Begegnung."

Im Obergeschoss entsteht ein teilbarer Saal mit allen notwendigen technischen Voraussetzungen für zeitgemäße Veranstaltungen. Das Untergeschoss wird eine Bankfiliale beherbergen. Der Kaufvertrag wird gerade von notarieller Seite aufbereitet. "Es wird ein Gebäude mit hohem Nutzungsgrad", hob Architekt Thomas Hepp hervor und lobte den Planungsweg als "beispielhaft".

"Wir haben auf die Karte Kompetenz gesetzt", sagte Stephan Schmidt (SPD ) am Ende des nun fünf Jahre andauernden Planungs- und Vergabeverfahrens, "wir werden im finanziellen Rahmen bleiben, auch wenn sicher noch einige kleinere Posten auf uns zukommen werden. Dennoch: Wir haben uns in kein finanzielles Abenteuer gestürzt."

Das sehen die Freien Wähler und die Alternative für Deutschland (AfD) im Quierschieder Gemeinderat ganz anders. "Hier wird Geld ausgegeben, das die Gemeinde nicht hat, für etwas, das die Gemeinde nicht braucht und das sie sich dann mit saarländischen Steuergeldern in Millionenhöhe bezuschussen lässt", wetterte Michel Dörr (AfD) gegen das Projekt, das Gernot Abrahams (FW) "unverantwortlich" nannte.

Timo Flätgen (CDU ) rechnete derweil dagegen, dass alleine 83 Prozent der Planungskosten und der Umfeldgestaltung mit Hilfe von Fördermitteln getragen werden. "Es ist vielleicht eines der letzten großen Bauprojekte in Quierschied ", so Flätgen, "es wurde nur möglich, durch die Zusammenarbeit aller relevanter Gruppen."

Zum Ende der Sitzung dankten die Fraktionssprecher der beiden großen Parteien der ausscheidenden Bürgermeisterin für die Zusammenarbeit in den letzten acht Jahren und überreichten kleine Präsente.

Doch am heutigen Montag wird Karin Lawall noch einmal "richtig" arbeiten müssen. Um 14 Uhr findet in Göttelborn der Spatenstich für den lange umstrittenen Verbrauchermarkt statt. Es ist ein weiteres Projekt, das Karin Lawall zum Ende ihrer Amtszeit noch auf den Weg bringen konnte.

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