1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Quierschied

Laune, Wagen, Wetter: Hochglanz für Narren

Laune, Wagen, Wetter: Hochglanz für Narren

Prächtige Stimmung herrschte auf und an den Straßen Göttelborns, als der große Fastnachtsumzug vorbei ging.

"De Petrus is e Faazebooze. Das hann isch doch gleisch gesaad": Die Aussage des Mannes mit dem Sombrero-Hut in der Hauptstraße zu seiner weiblichen Begleitung im Biene-Maja-Outfit brachte es am vorigen Sonntagnachmittag auf den Punkt. Der Fastnachtsumzug im Quierschieder Ortsteil hatte ein wahnsinniges Glück mit dem Wetter. Statt des vor Tagen befürchteten Sturms gab es nämlich Sonnenschein pur beim närrischen Lindwurm.

Schon lange bevor der Umzug die Einmündung Haupt-/Josefstraße passierte, wurde dort in der Nähe von der Belegschaft des Lokals Martinis leidenschaftlich am Straßenrand gefeiert.

Während von einer Außentheke am zurückliegenden Gebäude beispielsweise "Komm, hol das Lasso raus" bis auf die Straße zu hören war, wurde hier getanzt. Ein Zebra hatte gar einen Rollator zweckentfremdet und transportierte zwei Bierkästen damit.

Und dann kam er nach einer guten Stunde endlich, der Umzug. Traditionell zuerst mit dem Wagen von Bürgermeister und Ortsvorsteher. "Heute hauen wir auf den Putz - Peter und Lutz", war da zu lesen. Die beiden Herren hatten sich ins Kapitäns-Kostüm geschwungen. Lutz Maurer feierte an diesem Tag doppelt: Er wurde 52 Jahre alt.

Dem Wagen folgte mit schwungvollen Tönen der Musikverein Harmonie Wiesbach. Ein Heer in Blau-Weiß tat sich danach auf: Der Karnevalsverein "Von der Höh" Göttelborn (KVG), gleichzeitig der Veranstalter des närrischen Lindwurms, ließ Mini-, Junioren und Prinzengarde aufmarschieren. Der Prunkwagen des Prinzenpaars war ganz in glänzende Goldfolie gehüllt.

Per Narrenschiff reiste der KVG-Elferrat an. Irgendwie schien zwar das Fortbewegungsmittel führerlos zu sein, weil ein Schild mit "Kapitän???" zu sehen war; doch irgendwie klappte das mit der Orientierung auch ohne Steuermann und Navi.

Die deutsche Märchengeschichte muss neu geschrieben werden. Jedenfalls, wenn man dem Schild auf einem Anhänger mit "Schneewittchen und die 17 Zwerge" Glauben schenkt, waren dort noch zehn Kleinwüchsige hinzugekommen. Auch vier Figuren in Grün sorgten zunächst für Irritationen und dann für Lacher: "Noch 301 Tage Urlaub" hatten die Tannenbäume auf ihren Kostümen stehen. Die nachfolgenden Marketenderinnen sorgten mit dem Alleinunterhalter, der live auf einem Anhänger spielte, ebenfalls für Stimmung. Unheimlich konnte es einem direkt danach werden. Eine Horde von Vampiren marschierte durch Göttelborn. Sie wurde von einem Mann, der immer wieder den Mia-Julia-Titel "Wir sind die Geilsten" rief, noch mehr in Stimmung gebracht.

In einem Sarg, der sich auf einem Anhänger befand, hatten die Vampire ihr Hochprozentiges versteckt. Auch bei einer weiteren Fußgruppe fanden sich die Vorräte auf einem kleinen Bollerwagen. Der hatte jedoch das Aussehen eines Toasters. Und die Gruppe erschien kostümiert als das entsprechende Brot.

Das TV-Thema "Bauer sucht Frau" hatte wohl den Kneipp-Verein Quierschied so sehr inspiriert, dass er mit einem kleinen Biergarten erschien. Die Motorradfreunde Göttelborn warben für ihr Fest zum 30-jährigen Bestehen und hatten gleich mehrere Motorräder auf ihrem Anhänger.

"Mensch ärgere Dich nicht", war das Motto einer Fußgruppe, die das Spielebrett gleich überdimensional dabei hatte. Der Quierschieder Fastnachtsverein Die Wampe warb mit seinen Fußgruppen und seinem Wagen für sein 60-jähriges Bestehen. Kurz danach zogen starke Wolken auf.

Erstmals war der Fastnachtsumzug im Quierschieder Ortsteil von der Hauptstraße auf den Schulhof abgeleitet worden. Quergestellte Lkw sorgten für Straßenabsperrungen.