Küken sind Stars im Kindergarten

Quierschied. Sie quietschen, krabbeln munter herum, purzeln übereinander, stehen wieder auf, und weiter geht das Treiben. Celina, Sophie, Vianne, Jonas, Marcel und Tim, alle zwischen vier und sechs Jahre alt, beobachten das Gewusel genau. "Wir müssen ganz leise sein", sagt die sechs Jahre alte Sophie. "Die Küken haben ganz empfindliche Ohren

Quierschied. Sie quietschen, krabbeln munter herum, purzeln übereinander, stehen wieder auf, und weiter geht das Treiben. Celina, Sophie, Vianne, Jonas, Marcel und Tim, alle zwischen vier und sechs Jahre alt, beobachten das Gewusel genau. "Wir müssen ganz leise sein", sagt die sechs Jahre alte Sophie. "Die Küken haben ganz empfindliche Ohren." In der Kindertagesstätte Villa Regenbogen in Quierschied ist für einige Wochen aus einem Förderraum ein Kükenzimmer geworden. In der Ecke steht ein Gehege. Christina Rodner und ihr Freund Jan haben es gebaut, die Kinder haben es angemalt. 20 braune und gelbe Küken wuseln drin herum. Sie sind zwei Wochen alt. Die 23-jährige Christina Rodner ist im Anerkennungsjahr zur Erzieherin. Sie hat sich das Küken-Projekt ausgedacht. Zehn Kinder machen mit, haben sogar extra einen entsprechenden Vertrag unterschrieben. "Wir haben im Januar begonnen, und alle sind noch immer mit großer Begeisterung dabei", freut sich Christina. "Alles ging damit los, dass ich zum Waffeltag im Kindergarten frische Eier mitgebracht habe", erzählt die angehende Erzieherin schmunzelnd. Die Kinder wollten unbedingt wissen, wo sie herkommen. Die Idee zum Projekt war geboren. Christina redete mit den Kleinen über Hennen und Hähne. Sie machten Spiele und Puzzles, lasen in Büchern. Und dann brachte die 23-Jährige eine Brutmaschine und 20 Eier mit. Für die Mädchen und Buben begann eine spannende Zeit. Täglich beobachteten sie die Eier und durchleuchteten sie sogar. Am 22. Tag schlüpften dann die Küken. Sie kamen zuerst in eine große rote Kiste, später in das selbst gebaute Gehege. Und seit zwei Wochen können die Kleinen nun schauen, wie die Küken jeden Tag ein Stück größer werden. Einige der Kinder haben den kleinen Flauschbällchen Namen gegeben. "Meins heißt Tom", sagt Tim. "Ich nenne mein Küken Lara", plappert Celina. "Sie bekommen immer mehr Federn und sind ganz weich", erzählt Sophie. Die Kinder kümmern sich rührend um den Nachwuchs. Sie füttern die Küken und machen alle zwei Tage den Stall sauber. Für den kommenden Donnerstag um 15 Uhr hat Christina Rodner die Eltern der Kinder, die am Projekt teilnehmen, eingeladen. Dann gibt es Kaffee und einen "Eischwerkuchen". Den backt Christina mit den Kindern. Am 16. März geht es für die Küken dann zurück zu Mama und Papa. Die wohnen mit anderen Hühnern, Gänsen und Enten bei der Familie Weiß in der Hochstraße.