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Konflikte lösen und jungen Menschen helfen

Dr. Harald Cronauer mit seiner ehrenamtlichen Mitarbeiterin Nina Forler. Foto: Dennis Langenstein
Dr. Harald Cronauer mit seiner ehrenamtlichen Mitarbeiterin Nina Forler. Foto: Dennis Langenstein FOTO: Dennis Langenstein
Quierschied. Vor zehn Jahren hat der Quierschieder Dr. Harald Cronauer eine Stiftung ins Leben gerufen. Diese unterstützt junge Leute, die sich einen Schulbesuch nicht leisten könnten. Und sie tut noch einiges mehr. Dennis Langenstein

Mit Bildung will die DHC-Stiftung (Dir hilft Christus) Menschen aus der Armut befreien und vor allem Kinder in der Lösung seit langem schwelender Konflikte schulen. 20 Jungen und Mädchen werden bereits unterstützt, ihnen wird von der Stiftung der Schulbesuch ermöglicht - etwa am St. Josephs College in Südafrika oder am College Mwanga in der Demokratischen Republik Kongo. Ziel ist, möglichst vielen einen Universitätsbesuch zu ermöglichen. "Sie sollen in verantwortungsvolle Berufe, um später zur Konfliktlösung in ihren Heimatländern beizutragen", erklärt Stiftungsgründer Dr. Harald Cronauer. Doch das College Mwange platzt mittlerweile aus allen Nähten, ein zentrales Schulgebäude ist einsturzgefährdet. "Zehn Schulklassen sind in dem College untergebracht, mit jeweils 60 Kindern pro Klasse", erklärt Cronauer. Nicht nur hierfür sucht die Stiftung noch nach Spendern, denn das Sanierungsprojekt, dass im nächsten Jahr beginnen soll, wird voraussichtlich über 130 000 Euro kosten. Damit ein Kind zur Schule gehen kann, werden 200 Euro pro Jahr benötigt, etwa für Schulgebühren und Uniformen. Cronauer: "Alle Spenden kommen zu 100 Prozent an, Verwaltungsgebühren werden von mir getragen."


Er hat die Stiftung vor zehn Jahren ins Leben gerufen. Ein Auslöser war dabei sein Besuch in Südafrika. Cronauer erlebte, wie durch die Wahrheits- und Versöhnungskommission nach dem Ende der Apartheid das Unrecht aufgearbeitet wurde. Durch die Kommission kamen Täter und Opfer, unabhängig von ihrer Hautfarbe, in einen Dialog. Dieser sollte beiden Parteien ermöglichen, die Handlungen des Gegenübers zu verstehen, Konflikt-Ursachen zu ergründen und somit die Versöhnung anzustoßen. Vorrangig war die Wahrnehmung des Erlebten aus beiden Perspektiven. Den Angeklagten wurde dabei Amnestie zugesagt, wenn sie vollständig zur Aufklärung beitragen, den Opfern finanzielle Hilfe versprochen. "Die Anhörungen waren öffentlich, wurden im Fernsehen und im Radio übertragen", berichtet Cronauer und er ist überzeugt: "Neue Konflikte brechen schnell wieder aus, solange Ur-Konflikte nicht gelöst sind." Daher hat er sich auch zur Aufgabe gemacht, möglichst vielen Menschen Ansätze zur Konfliktlösung zu vermitteln, Friedensinitiativen und die Forschung in diesem Bereich zu unterstützen.

Dabei beschränkt sich die Stiftung nicht nur auf Afrika. Auch heimischen Kindern und deren Familien will man helfen, allerdings: "Die Hürden sind hoch, viele schämen sich davor, sich mit ihren Problemen an eine Stiftung zu wenden", sagt Cronauer aus Erfahrung. Und es werden bereits mehrwöchige Kurse an beiden Dependancen der Grundschule Fischbach-Göttelborn zur Konfliktbewältigung angeboten. Zudem sollen durch Brieffreundschaften die Sprachkenntnisse und das Verständnis auf beiden Kontinenten geschult werden. Jüngst wurde daher auch eine Partnerschaft zwischen den den Schulen in Quierschied und im Kongo besiegelt (SZ vom 30. Juli). Die Vereinbarung wurde auf unbestimmte Zeit abgeschlossen und soll Modell für weitere Schulpartnerschaften zwischen saarländischen und afrikanischen Schulen sein, die die DHC-Stiftung initiieren will.

Weitere Infos bei der Dir-Hilft-Christus-Stiftung, Heinitzstraße 30, 66287 Quierschied , E-Mail: info@dhc-stiftung.de, Telefon (0 68 97) 68 06 08.



Zum Thema:

Stichwort Die Dir Hilft Christus-Stiftung setzt sich seit rund zehn Jahren für die lokale sowie internationale Konfliktprävention und Konfliktlösung ein. Basis war die Erkenntnis aus Samuel Huntingtons Buch: "Kampf der Kulturen", in dem er nach dem Ende des Kalten Krieges ein massives Anwachsen der Konflikte durch unterschiedliche Kulturkreise vorhersagte sowie die Erlebnisse bezüglich der Wahrheits- und Versöhnungskommission des Stifters Dr. Harald Cronauer bei seinen Aufenthalten in Südafrika. Die Stiftung ist überkonfessionell, bekennt sich dennoch zum christlichen Glauben und insbesondere der permanenten Hilfe für alle Menschen durch Jesus Christus . So verehre auch der Islam Jesus Christus , der die Feindesliebe verlangt, womit er das Ziel der Stiftung begründet. dla