| 00:00 Uhr

„Keramik fasziniert mich“

Quierschied. Vielfältig präsentiert sich das Warenangebot in der Keramikwerkstatt von Hanne Stenger in Quierschied. Sie wird am „Tag der offenen Töpferei“ ihr Türen öffnen und den Besuchern Einblicke in ihre Arbeit gewähren. Brigitte Quack

Wer sich unter Keramik nur Vasen, Schalen und Plastiken unterschiedlichster Gestalt vorstellt, der sollte am kommenden "Tag der offenen Töpferei " die Keramikwerkstatt von Hanne Stenger in Quierschied besuchen. Denn dort kann er neben figurativer und floraler Aufbaukeramik, neben erd- und cremefarbenen Kugeln, tönernen Wandbehängen und handgeformten Schalen jede Menge Schmuck bewundern.

"Keramik fasziniert mich seit 30 Jahren", erzählt Hanne Stenger, "und insbesondere die Schmuckgestaltung, weil sich hier unendlich viele Möglichkeiten bieten." Und immer noch liebt sie es zu experimentieren, mit dem Material und den Farben, mit Gold und Platin um daraus ganz neue Kollektionen zu kreieren. Colliers, Armspangen, Ohrringe und Ringe werden stets als Unikate passend zueinander als Set gestaltet. "Dabei benutze ich keine Werkzeuge, sondern arbeite nur mit meinen Fingern."

Das gilt auch für ihre anderen Keramikobjekte, die stets von Hand gestaltet werden. "Ich habe schon an der Töpferscheibe gearbeitet und festgestellt, dass das nichts für mich ist", sagt sie und all ihre Werke scheinen dies auch zu bestätigen. Denn sie sind alle von einem floralen Impuls geprägt, scheinen vielfach pflanzenartig aufzuwachsen und erinnern so an die lebendig gestaltende Hand.

Von der Idee bis zum fertigen Stück ist es ein weiter Weg, der mehrere Arbeitsschritte umfasst. Hier verwendet sie ausgesuchte Tonarten und eigene Glasuren. Insbesondere bei der Schmuckgestaltung kommen zudem Gold- und Platinlegierungen zum Einsatz und bisweilen auch kleinere Tonkügelchen, die ins fertige Schmuckstück integriert oder in der Art einer Perlenkette hintereinander gereiht werden.

Nichts wird hier geklebt, sondern alles eingebrannt. Und die Schmuckstücke erzeugen bisweilen Effekte, die ihren Ursprung nur noch vage erahnen lassen. Etwa die Kollektionen, in denen schwarz gefaltete Partien ganz stofflich wirken und Goldperlen in scheinbar brokatartige Umgebung eingelassen sind.

Das seit vielen Jahren erprobte Spiel mit den Materialien offenbart sich auch darin, wie die geübte Keramikerin mit den Erscheinungsweisen von Gold und Platin umzugehen weiß. Wie sie Glasuren und Legierungen variantenreich einsetzt und so kompakt strahlende über und neben matt glänzende, grobporige Stellen bringt.

Bei all dieser Vielseitigkeit wundert es nicht, dass ihre Schmuckstücke auf Keramikmärkten gut ankommen. Neben ihrer Leidenschaft für die Gestaltung liebt Hanne Stenger es auch zu reisen und entsprechende Märkte, unter anderem auch in Frankreich und Italien zu besuchen. "Das ist für mich ein Stück Abenteuer, das ebenso dazugehört", meint sie und wendet sich wieder ihrer Arbeit zu. So wie jeden Tag, denn "Arbeit, Kreativität und Fantasie sind für mich zeitlebens Bestandteile eines erfüllten Daseins."



Zum Thema:

StichwortAm bundesweiten "Tag der offenen Töpferei " nimmt Hanne Stenger zum vierten Mal teil. Wie alle anderen Teilnehmer und Teilnehmerinnen in ganz Deutschland öffnet sie ihre Keramikwerkstatt in Quierschied , am Schafswald 13, am kommenden Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Ihre Werke werden auch auf den saarländischen Keramikmärkten in Homburg am 21. und 22. März sowie in Oberthal am 2. und 3. Mai zu sehen sein. qbtag-der-offenen-toepferei.de