Kein Haus von der Stange

Nach langen Jahren der Vorbreitung kann es Ende des Monats mit dem Bau des Kultursaals in der Ortsmitte losgehen. 3,28 Millionen Euro sollen bis zum Juli 2017 verbaut werden.

Buchstäblich mit links unterzeichnete Quierschieds Bürgermeister Lutz Maurer einen Vertrag, der das Aussehen des Ortes entscheidend verändern wird: Die St. Ingberter Firma Peter Gross Bau ist Generalunternehmer für den Bau des neuen Kultursaales in der Quierschieder Ortsmitte. "Die lange Zeit der Vorbereitung und Projektierung geht zu Ende", sagte Linkshänder Maurer, "jetzt beginnt die Realisierungsphase. Es ist ein bedeutendes Bauwerk für Quierschied ".

2009 wütete ein Jahrhundert-Regen über Quierschied , beschädigte viele Häuser und Wohnungen, darunter auch den Kultursaal und das Rathaus. Während die Verwaltung nach dem Abriss im Gebäude der Volksbank ein neues Zuhause gefunden hat, blieb im Herzen der Gemeinde eine Lücke, die der Volksmund in Anlehnung an die Baustelle am früheren World-Trade-Center in New York "Ground zero" nennt.

Vom 29. März an - dann ist faktisch Baubeginn - soll diese nun mit dem neuen Kultursaal geschlossen werden. Ein Termin für den offiziellen Spatenstich steht dagegen noch nicht fest. "Dieses Projekt ist auch für uns sehr wichtig, denn dieser Bau ist ein Unikat", sagte Markus Klein, der technische Leiter Hochbau der Gross-Gruppe, "das wird die Bevölkerung sicher schon während der Bauphase wahrnehmen können, aber erst bei der Eröffnung werden viele so richtig überrascht sein. Das ist ganz sicher kein Haus von der Stange."

3,28 Millionen Euro sollen bis zum Juli 2017 verbaut werden. Dann soll der neue Veranstaltungssaal, in dessen Untergeschoss eine Sparkassen-Filiale einziehen wird, schlüsselfertig übergeben werden. "Die Firma Gross musste noch nie eine Konventionalstrafe zahlen oder hat einen Termin aus eigenem Verschulden nicht eingehalten", betonte Klein. Dass zwischen dem dramatischen Regenereignis und der Umsetzung des Planes aus dem Hause des Architekturbüros Hepp&Zenner dann fast acht Jahre vergangen sein werden, lag vor allem an der fast schon peniblen Vorbereitung.

"Meine Vorgängerin Karin Lawall hat da hervorragend vorgearbeitet", dankte jetzige Bürgermeister der früheren Verwaltungschefin, "es wurden möglichst alle relevanten Gruppen mit in die Planung einbezogen. Dazu mussten die verschiedenen Vorstellungen auch in das doch sehr enge finanzielle Korsett geschnürt werden." Der in den ursprünglichen Planungen vorgesehene, zwischenzweitlich aber wieder verworfene, Querbau scheint plötzlich dabei auch wieder ein Thema zu sein. Es gebe Gespräche mit Interessenten. Diese müssten, um mögliche Synergieeffekte mit der Baustelle des Versammlungssaals zu erzielen, aber in einem überschaubaren Zeitrahmen geführt werden.

"Heute freuen wir uns zunächst einmal, das es jetzt losgeht", sagte Maurer, "das Schöne ist, ich kann den Baufortschritt von meinem Bürofenster aus verfolgen." Dann wird er sehen, ob auch die Arbeiten mit links von der Hand gehen.