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Noch vor Weihnachten
Der Kaffeehaus-Poet arbeitet am Erstlingswerk

Erich Kipper formuliert seine Reime meist im Kaffeehaus.
Erich Kipper formuliert seine Reime meist im Kaffeehaus. FOTO: Claus Kuhn
Quierschied. „Früher war ich nicht ganz dicht, heute bin ich Dichter!“ Ein Gespräch mit Erich Kipper kann ungewöhnliche Weisheiten zu Tage fördern, zumindest über den Dichter selbst. „Ich komme eher auf Ringelnatz und Heinz Erhardt als auf Rilke oder Goethe raus“, bekennt er freimütig und erzählt ein wenig aus seinem Leben. Von red

Dieses war ereignisreich, deshalb geht dem „Ur-Quierschder“ auch nie der Stoff aus, den er für seine kurzen, meist amüsanten Reime braucht. In aller Regel formuliert er sie, während er gemütlich im Kaffeehaus sitzt. Im Regelfalle ist das das Café-Eck in der Holzer Straße.


Jeden Freitag kommt, meist schon am Vormittag, eine Nachricht an die Mitglieder seiner Whatsapp-Gruppe. Seit einigen Wochen werden seine wöchentlichen Gedankengänge über aktuelle Themen, Erinnerungen oder Beobachtungen über Facebook publiziert.

Wie kam er überhaupt dazu? Erich Kipper arbeitete zeitweise als Lkw-Fahrer: „Beim Ab- und Beladen der Laster hat man viele Wartezeiten. Die vertrieb ich mir damit, kleine Gedichte zu schreiben.“ Und so kam eins zum anderen. Die Leute in Quierschied bekamen das mit und baten ihn: „Kannst Du mir nicht ein Gedicht für den 60. Geburtstag meiner Schwester schreiben?“ Ja, war spontan seine Antwort, das tue er gerne.



Nun hat er das Angebot eines Verlages erhalten, der einen Band mit den bis dato schönsten Werken Kippers publizieren möchte. Das war eine Menge Arbeit, denn der Quierschieder war über die ganzen Jahre sehr produktiv. Doch es sollen die Mehrzeiler veröffentlicht werden, die ihm so richtig gut gefallen.

Das Buch wird den einzig sinnvollen Titel „Freitagsgedichte“ tragen und soll noch vor Weihnachten erscheinen, damit bei seinen Lesern unterm Tannenbaum gute Laune herrscht.