Feuerwehrheld : Junger Lebensretter aus Holz

Justin Ullrich (14) war gerade unterwegs, um Pokémon go zu spielen, als er auf einen Alarm aufmerksam wurde.

Justin Ullrich spielt mit seinen Freunden gerne Pokémon go, ein Computerspiel, das bei jungen Leuten sehr beliebt ist. Ein Spiel, bei dem man durch die Natur und die Straßen läuft und mit seinem Handy virtuelle Fantasiewesen fängt. Mitte Juli war Justin mit seinen Freunden in den Straßen von Quierschied unterwegs und spielte Pokémon go. „Ich habe plötzlich ein lautes Piepsen aus einem Haus gehört und wusste sofort, dass es sich um einen Feuermelder handelt“, erzählt Justin. Der 14-Jährige ist seit schon sechs Jahren in der Jugendfeuerwehr des Bezirkes Mitte (Heusweiler, Hirtel und Eiweiler) und sein Hobby Nummer eins ist die Feuerwehr.

„Justin hatte früher schon alle Feuerwehrspielzeuge von Playmobil und spielte später auch Feuerwehrspiele auf dem Computer. Er ist ein Feuerwehrmann durch und durch“, sagt seine Mutter Yvonne. Justin erkennt auch problemlos alle Feuerwehrautos aus seiner Umgebung am Klang der Sirenen.

Als er den Feuermelder aus einem Haus in Quierschied hörte, war er sich sofort sicher, dass es ein Problem gab. Anwohner dachten keinesfalls an ein Problem und ordneten das Piepsen aus dem Haus einem Küchengerät oder einer Waschmaschine zu. Justin ließ sich jedoch nicht beirren, klingelte an der Haustür und rief von seinem Handy aus sofort die Feuerwehr an, als auf sein Klingeln niemand die Tür öffnete. Vier Minuten später war die Feuerwehr da und brach die Haustüre auf. Justin erinnert sich: „Das ganze Haus war voller Qualm. Essen ist angebrannt, und keiner hat es gemerkt. Zwei Frauen und ein Hund waren im Haus und schliefen. Alle drei konnten gerettet werden. Eine Frau erlitt eine starke Rauchvergiftung.“

Der 14-Jährige handelte schnell und überlegt und konnte dadurch den Brand eines Hauses verhindern und Menschenleben retten. In den Gemeinden Heuweiler und Quierschied ist Justin Ullrich dem Heldenstatus nahe. Lutz Maurer, der Bürgermeister von Quierschied hat den Jugendlichen schon eingeladen. „Deine Familie kann stolz auf dich sein. Mit deiner Aufmerksamkeit und dem gedankenschnellen und beherzten Handeln hast du definitiv Leben gerettet“, so Maurer. Als Geschenk von der Gemeinde Quierschied gab es eine Zehnerkarte für das Freibad und zwei Gutscheine für Quierschieder Geschäfte. Eine Frau, die aus dem Haus gerettet wurde, schenkte Justin eine Tafel Schokolade und 50 Euro.

Auch die Feuerwehr und die Polizei möchten sich noch für das tolle Engagement des jungen Retters bedanken. „Ich selbst konnte den Rauchmelder wegen der Lautstärke der anfahrenden Rettungsfahrzeuge nicht hören und habe mich auf Justin verlassen, als ich meine Jungs zur Türöffnung geschickt habe.

Das hat er wirklich gut gemacht”, sagte Timo Becker, der stellvertretende Wehrführer der Quierschieder Feuerwehr. Und was sagt Justin zu der ganzen Ehre, die ihm gerade zu Teil wird. „Das fühlt sich schon gut an“, sagt der 14-Jährige und lächelt. „Aber in dem Moment, als ich den Rauchmelder hörte, dachte ich nur daran, dass ich helfen musste. Lieber einmal zu viel die 112 anrufen, als einmal zu wenig. Meine Kenntnisse, die ich bei der Feuerwehr erworben habe, haben mir natürlich auch sehr geholfen“, sagt der junge Lebensretter aus Holz.

Mehr von Saarbrücker Zeitung