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Jörg Stoos lebt für den Volleyball-Sport in Quierschied

Seit 20 Jahren Vorsitzender in der Sparte Turnverein : Jörg Stoos lebt für den Volleyball-Sport in Quierschied

Jörg Stoos ist seit 20 Jahren Vorsitzender der Sparte im Turnverein. Vor allem die Arbeit mit der Jugend macht ihm viel Spaß.

Er ist ein Meister in mehrfacher Hinsicht: Während Jörg Stoos 1998 sich diesen Titel in seinem Beruf erarbeitete, ist der Heizungsbaumeister aus Quierschied seit rund 20 Jahren auch Vorsitzender der Sparte Volleyball im örtlichen Turnverein. „Ich war vorher schon alles, vom Balljungen über den Sportwart bis zum Gerätewart“, sagt der 55-Jährige.

Das Arbeiten mit jungen Leuten macht ihm offensichtlich Spaß – außerdem ist er darin erfolgreich. Denn er steht der Sparte Volleyball nicht nur vor, er ist auch als Trainer tätig. So stand früher die Frauenmannschaft unter seiner Verantwortung, nach einem schweren Unfall trainiert er nun die erste Mannschaft der Herren. Die Sehnen an seinen Kniescheiben waren gerissen, weswegen beide Beine ein gutes halbes Jahr eingegipst waren und er somit mobil nur sehr eingeschränkt war. Das setzte ihm natürlich auch beruflich zu, schweißte im Endeffekt aber sein neunköpfiges Team noch weiter zusammen. Denn teilweise besuchte er die Baustellen im Rollstuhl sitzend, merkt aber einmal mehr, dass er „blindes Vertrauen“ in seine Monteure haben konnte. Seit 1999 ist er selbstständig, in seinem Team hat er derzeit drei Azubis beschäftigt. „Ich bilde schon immer aus“, erklärt Jörg Stoos.

Auch wenn er direkt zugibt, dass es immer schwerer werde, junge Menschen für eine Ausbildung in seinem Berufszweig zu motivieren, steht er selbst noch gut da. Denn zumindest seine eigenen Kinder konnte er für eine Mitarbeit im väterlichen Betrieb begeistern: Seine Tochter hilft als Betriebswirtin im Büro, sein Sohn ist Meister in der Haustechnik. Außerdem ist er vor wenigen Wochen erst Opa geworden. „Die nächste Generation ist schon da“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Sein unkomplizierter Umgang mit jungen Menschen brachte ihm bereits einen Oscar ein – nicht den Filmpreis, sondern eine Statue, die ihm eine seiner Mannschaften überreichte. Darauf steht: „Immer das Ziel vor Augen“. Tatsächlich ist Jörg Stoos ein zielbewusster, strebsamer Mensch.

Für seinen Sport brennt er bereits seit 1974. Als Vorbild sieht er eine Lehrerin, die ihn zum Volleyball brachte und stets ermutigte. „Das hat mich angefixt“, erzählt er. Stoos durchlief alle Jugendstationen, erlebte lediglich eine Pause, als er seinen Bundeswehr-Dienst leistete. Ursprünglich wollte er Berufssoldat werden, aus verschiedenen Gründen wurde daraus aber nichts. Also spielte er wieder Volleyball und schnupperte in die Vorstandsarbeit. Daraus wurde ein Ehrenamt im Vorstand des TV und eben die Leitung seiner Sparte.

Gerade eben fand die erste Sitzung in Präsenz nach anderthalb Jahren Corona-Pause statt. Er hofft auf eine Wiederauflage von „Ein Dorf beacht Volleyball“, die Veranstaltung, die jedes Jahr Hunderte Gäste in die Willi-Meiser-Beacharena nach Quierschied zieht und nun zwei Jahre lang wegen der Pandemie ausfallen musste. Immerhin konnten die Beachvolleyballer jedoch während Corona zumindest zeitweise trainieren, da ja nur zwei Sportler auf jeder Seite des Netzes gegeneinander antreten. „Das war fast Luxus“, blickt er zurück. Die Pause des Spiel- und Trainingsbetriebes nutzte er unter anderem privat und renovierte sein Haus. Zeitweise war er sogar ehrenamtlich im saarländischen Verband tätig. Doch nach vier Jahren zog er die Reißleine. Stoos, der immer etwas bewegen und schaffen möchte, störte sich an den wenigen Möglichkeiten, wirklich etwas umzusetzen.

Umzusetzen wären auch wieder Vereinsfahrten, etwa zu den Weltjugendspielen im Turnen nach Klagenfurt. „Das ist wie eine kleine Olympiade“, sagt er mit funkelnden Augen. Das sei super, wenn sich junge Menschen aus verschiedenen Nationen zum gemeinsamen Sport treffen. „Jugendliche, die Sport machen, führen keine Kriege“, sagt Stoos. Auch wie wir hierzulande durch die Pandemie gekommen sind, sieht er relativ entspannt. So erzählte ihm sein 96-jähriger Nachbar noch davon, wie er nach dem Zweiten Weltkrieg zu Fuß und teilweise barfuß von Russland zurück in die Heimat kommen musste. Auch dies bringt ihn zu einem Ziel: Er möchte 100 werden.