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Neue Vorsitzende
Jetzt hat der Seniorenbeirat eine Chefin

Astrid te Koppele
Astrid te Koppele FOTO: Thomas Seeber
Quierschied. Astrid te Koppele steht nun an der Spitze des Quierschieder Gremiums. Und hat sich schon einige Ideen für ihre Klientel zurecht gelegt. Von Stefan Bohlander

„Beworben. Angenommen. Umgezogen.“ So kurz bringt Astrid te Koppele lachend ihre Vita fürs Saarland auf den Punkt. Die gebürtige Niederländerin wohnt seit rund 20 Jahren in Quierschied und ist seit Ende Januar die neue Vorsitzende des Seniorenbeirates. Die 62-Jährige zog der Liebe wegen in die Gemeinde im Fischbachtal, aus der ihr Mann stammt, und arbeitet in einem örtlichen Seniorenheim als Ergotherapeutin.


Dem Seniorenbeirat gehört Astrid te Koppele bereits seit der Gründung des Gremiums durch die ehemalige Bürgermeisterin Karin Lawall vor sieben Jahren an. War sie anfangs noch die Stellvertreterin des Vorsitzenden Peter Wengler, tritt sie nach dessen gesundheitsbedingten Rückzug nun also in seine Fußstapfen. Sie, die sich selbst scherzhaft als „Küken“ innerhalb des Gremiums bezeichnet, hat nun schon einige Ideen im Kopf, um die Arbeit der Ehrenamtler weiter voranzubringen.

Von Hause aus soll der Beirat die Interessen und Belange älterer Menschen wahrnehmen und Ideen zur Verbesserung der Lebensverhältnisse in der Gemeinde entwickeln. Dass die Menschen nicht nur immer älter werden, sondern dabei auch noch aktiv am Leben teilnehmen möchten, bringe natürlich  einige Herausforderungen mit sich. Scheinbar Alltägliches wie das Kopfdrehen beim Autofahren beispielsweise werde durch abnehmendes Reaktionsvermögen schwieriger. Deswegen seien ADAC-Fahrsicherheitstrainings denkbar.

Eine Sache, die sie in Nordrhein-Westfalen kennengelernt hat, ist „Freundliches Einkaufen“. Dabei wird überprüft, ob die Einkaufsmöglichkeiten seniorengerecht sind. Also, ob beispielsweise Einkäufe auch geliefert werden können oder ob Gänge in Geschäften breit genug für zwei Rollatoren sind. Der Seniorenwegweiser, den die Gemeinde vor einigen Jahren herausgebracht hat, soll nach Möglichkeit überarbeitet werden. Hier schwebt ihr vor, einen Flyer anzufertigen, auf dem die Senioren wichtige Daten wie Kontaktpersonen aufschreiben und ans Innere der Tür hängen – damit Helfer bei einem Notfall sofort Kontakt mit Nahestehenden aufnehmen können. Oder sie wissen, welche Medikamente verabreicht werden.

Vorträge und Fahrten sollen weiter angeboten und modifiziert werden. So gab es jetzt beispielsweise eine Informationsveranstaltung zum Thema Hilfsmittel und Pflegegrade. Eine Halbtagesfahrt führt am Donnerstag, 24. Mai, ins Forsthaus Neuhaus. Dort gibt es kürzere und längere Wanderungen in Kooperation mit dem Nabu, einen Vortrag im Info-Zentrum des Naturschutzbundes und ein abschließendes gemeinsames Essen. „Damit tun wir etwas für Körper, Geist und Wohlbefinden“, erklärt die Vorsitzende.



Wenn sie sich nicht für Senioren einsetzt, ist sie im örtlichen DRK stark engagiert, beispielsweise im Sozialbereich oder in der Flüchtlingshilfe. An dem von ihr initiierten Kochclub nehmen derzeit regelmäßig 18 syrische Frauen teil. Gemeinsam kocht man beispielsweise für die Integrationsfeste der Gemeinde. Doch dabei geht es nicht nur ums Essen, denn es werden auch für uns alltägliche Dinge wie Frauenrechte oder die richtige Trennung von Müll vermittelt.

Bereits als stellvertretende Vorsitzende des Seniorenbeirates nahm sie regelmäßig an Treffen der Beiräte auf Landesebene teil, teilweise im Beisein von Sozialministerin Monika Bachmann. Auch dies möchte sie nun weiter ausbauen und gerne mit den Beiräten in den Nachbarkommunen wie Sulzbach in engeren Kontakt treten. Etwas, was ihr ebenfalls vorschwebt, ist es, junge Menschen weiter für das Thema Flüchtlinge und Frieden zu sensibilisieren. So könne man zum Beispiel einen Dialog zwischen einem Flüchtling aus Schlesien und einem aus Syrien herstellen. Denn die schlesischen Zeitzeugen werden zwar weniger, aber die Geschichten würden sich wohl auch ähneln. Ein Ziel dieses Austausches solle es sein, „den Frieden auch für die nächsten 73 Jahre zu sichern“, so das Anliegen von Astrid te Koppele.