In der Marienstraße geht's bald andersrum

In der Marienstraße geht's bald andersrum

Quierschied. Seit vielen Jahren wird in Quierschied über eine Änderung der Einbahnregelung in der Marienstraße geredet. Bereits 2001 gab es ein Gutachten, das eine Umkehr der Fahrtrichtung empfahl. Die innerörtliche Verkehrsführung sei unübersichtlich und für Ortsunkundige irreführend

Quierschied. Seit vielen Jahren wird in Quierschied über eine Änderung der Einbahnregelung in der Marienstraße geredet. Bereits 2001 gab es ein Gutachten, das eine Umkehr der Fahrtrichtung empfahl. Die innerörtliche Verkehrsführung sei unübersichtlich und für Ortsunkundige irreführend. Die Regelung in der Marienstraße führe den Verkehr am Ortszentrum vorbei, erklärten die Gutachter schon damals. Im Zuge eines Gutachtens, das die Verkehrsbelastung wegen der Ansiedlung des Rewe-Marktes in der Ortsmitte untersuchte, beschäftigten sich jetzt die selben Gutachter erneut mit der Marienstraße. Und sie kamen wieder zu dem Ergebnis: Die Einbahnregelung sollte gedreht werden. Am Montagabend diskutierten darüber der Quierschieder Ortsrat und der Ausschuss für Umwelt und Verkehr in einer gemeinsamen Sitzung. Heraus kam eine mehrheitliche Grundsatzentscheidung für die Änderung der bisherigen Einbahnregelung. Ein Ja gab es von den Mitgliedern der SPD-Fraktion, den Linken und den Freien Wählern. Die CDU-Mitglieder beider Gremien stimmten dagegen. Stefan Chadzelek, der umweltpolitische Sprecher der CDU im Ausschuss, und Thomas Leidig, der stellvertretende Fraktionssprecher im Ortsrat, sahen noch zu viele offene Fragen. Sie stellten aber klar: "Wir sind nicht dagegen." Ganz wichtig sei der CDU vor allem eine Beteiligung der Bürger. Einstimmig wurde dagegen das Verkehrsgutachten akzeptiert. Aus verkehrstechnischer Sicht bringe der Markt keine Probleme, stellten die Gutachter fest. Die bestehende Verkehrsführung bringe für die Ortsmitte mehrere verkehrliche und städtebauliche Nachteile, erklärte Gutachter Axel Thös. So seien die zentralen Einrichtungen in der Marienstraße nicht direkt zu erreichen, sondern nur über die Querstraßen In der Sandkaul und An der Hirtenwies. Außerdem entstünden Mehrbelastungen durch Parkplatzsuchfahrten. Außerdem sei die Zufahrt durch die Straße In der Sandkaul städtebaulich wenig attraktiv. Die Änderung der Einbahnregelung in der Marienstraße bringt laut Thös neue verkehrliche Entwicklungsmöglichkeiten wie auch städtebauliche Gestaltungsspielräume. So könnten die Geschäfte in der Marienstraße direkt angefahren werden. Ohne Umwege sei auch der neue Lebensmittelmarkt auf dem Postparkplatz zu erreichen. Um einen sicheren Verkehrsabfluss aus der Ortsmitte zu gewährleisten, schlägt der Gutachter vor, die Lichtstraße als Einbahnstraße von der Rathausstraße zur Holzer Straße auszuweisen. Dort und im Bereich der Straße In der Humes komme es bei der Änderung der Fahrtrichtung in der Marienstraße allerdings zu Mehrbelastungen, verhehlte der Gutachter nicht. Er stellte aber auch klar, dass die Verkehrsbelastung in der Ortsmitte von 2001 bis jetzt zurückgegangen sei. Bei einer Änderung der Verkehrsführung und der Ansiedlung eines Marktes werde der Verkehr nur unwesentlich mehr als im Jahr 2001, prognostizierte Thös.

HintergrundNach Angaben von Bürgermeisterin Karin Lawall gibt es in der Marienstraße Probleme mit dem Belag. Steine seien locker. Die Gemeinde müsse handeln, weil die Verkehrssicherheit gefährdet sei. Die Kosten für beide Maßnahmen (neuer Belag und Umdrehung der Fahrtrichtung mit baulichen Veränderungen) bezifferte sie auf 250 000 Euro. Laut Lawall gibt es einen Zuschuss von 140 000 Euro aus dem Gemeindeverkehrs-Finanzierungsgesetz. Nach Angaben von Joachim Pfeiffer, Leiter des Ordnungsamtes, gibt es bei einer Änderung der Fahrtrichtung keine Probleme mit dem öffentlichen Personennahverkehr. ll

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