Hoffnung fürs Kraftwerk Weiher?

Der Energiekonzern Steag hat am Standort des Kraftwerks Weiher hochmoderne Speicherbatterien in Betrieb gekommen. Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer gab den symbolischen Startschuss für das Projekt.

Auch das Wetter passte eher zu einer Beerdigung denn zu einer Geburtsstunde. Die Inbetriebnahme der neuen, hochmodernen Speicherbatterien am Kraftwerk Weiher in Quierschied am vergangenen Dienstag wurde deutlich überschattet von der Entscheidung des Betreibers Steag, auch saarländische Kraftwerke zu schließen (die SZ berichtete mehrfach).

"Wenn wir hier stehen und uns freuen, dass diese Großbatterie in Gang gesetzt wird, geschieht dies mit einem lachenden Auge mit Blick auf die neue Technologie", sagte Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer , "und es geschieht mit einem weinenden Auge im Hinblick auf die Kraftwerke in Bexbach und Weiher. Hier hat das Unternehmen ja bei der Bundesnetzagentur beantragt, die Blöcke vom Netz zu nehmen. Beides sind Facetten der Energiewende".

Kramp-Karrenbauer versprach, sich für den Erhalt der saarländischen Kraftwerksstandorte einzusetzen. "Aus unserer Sicht sind moderne Kohlekraftwerke aus einer physikalischen und wirtschaftlichen Betrachtung für die Wahrung der Netzstabilität und eine nachhaltige, internationale Wettbewerbsfähigkeit noch für Jahrzehnte unerlässlich", betonte zwar Joachim Rumstadt, der Vorsitzende der Steag-Geschäftsführung, der auch von der Möglichkeit eines neuen, gasbetriebenen Kraftwerksblocks in Weiher sprach. Er verteidigte aber erneut die Abschaltpläne, sie seien für das Überleben des Unternehmens unumgänglich.

Ein Teil der Zukunft sind die neuen Batterieblöcke. "Die Speichertechnologie ist für mich der Schlüssel zum Gelingen der Energiewende", sagte Kraftwerksdirektor Marc Scheller, "da sind nach meiner Einschätzung aber noch ein, zwei Technologiesprünge notwendig".

Die jetzt in Betrieb genommenen Batterien können für 30 Minuten Schwankungen im Stromnetz ausgleichen, dabei in der Spitze bis zu 1,5 Megawatt abgeben. Es handelt sich um modernste Lithium-Ionen-Batterien, die in eher unscheinbaren weißen Containern am Fuße des großen Kühlturms untergebracht sind. "Das sind zwar große Batterien , aber sie sind nicht dafür konzipiert, Strom aufzunehmen und wieder abzugeben, wenn wir Flaute haben. Dafür sind sie viel, viel zu klein", erklärte Rumstadt, dennoch sei "die Investition ein technologischer Meilenstein mit dem wir die Marktführerrolle übernommen haben". Rund 100 Millionen Euro hat das Unternehmen an verschiedenen Standorten im Saarland und NRW ausgegeben. Investitionen für die Zukunft - vielleicht doch auch für den Standort Weiher.