Göttelborn ist Quierschieds Zukunft

Göttelborn ist Quierschieds Zukunft

Quierschied. Es ist das Schlagwort der heutigen Zeit: demografischer Wandel. Dahinter stecken Tatsachen, die schon länger bekannt sind, die aber erst jetzt so richtig ins öffentliche Bewusstsein rücken: Die Menschen werden älter und weniger. Drastisch ist die Entwicklung in Quierschied. Von 1984 bis heute ist die Gemeinde von 16 000 Einwohnern auf 14 000 geschrumpft

Quierschied. Es ist das Schlagwort der heutigen Zeit: demografischer Wandel. Dahinter stecken Tatsachen, die schon länger bekannt sind, die aber erst jetzt so richtig ins öffentliche Bewusstsein rücken: Die Menschen werden älter und weniger. Drastisch ist die Entwicklung in Quierschied. Von 1984 bis heute ist die Gemeinde von 16 000 Einwohnern auf 14 000 geschrumpft. Und dieser Prozess setzt sich fort. 2020 werden es weitere 1000 weniger sein. Bedenklich ist auch der Rückgang der Geburtenzahlen. Wurden 1993 noch 171 Kinder geboren, waren es 2008 nur noch 65. Auch hier sind die Prognosen schlecht, sehr schlecht: 2030 kommen wohl nur noch 45 Kinder in der Gemeinde Quierschied zur Welt. Das ist die niedrigste Zahl im Saarland. Eine weitere Folge des demografischen Wandels ist ein starker Anstieg von leer stehenden Wohnungen und Häusern: Stehen heute nur 74 Häuser in der Gemeinde leer, wächst diese Zahl in den kommenden zehn bis 20 Jahren auf knapp 800 an. All diese Zahlen und Fakten hat die Gemeinde jetzt schwarz auf weiß. Kern-Plan, die Gesellschaft für Städtebau und Kommunikation aus Illingen, hat sie im Rahmen der Studie "Initiative Zukunft - Quierschied 2030" zusammengestellt. Geschäftsführer Hugo Kern stellte sie am Mittwochabend bei einer öffentlichen Sitzung des Gemeinderates und der drei Ortsräte vor. Die Gemeinde und das Quierschieder Gemeindemarketing hatten die Studie gemeinsam in Auftrag gegeben. Schonungslos legte Hugo Kern die Folgen des Bevölkerungsrückgangs offen. Nach seinen Angaben zahlt jeder Einwohner im Jahr durchschnittlich 2000 Euro Steuern und lässt 5000 Euro an Kaufkraft in der Gemeinde. Bei 1000 Einwohnern weniger sind das zwei Millionen Mindereinnahmen bei den Steuern und ein Kaufkraftverlust von fünf Millionen Euro im Jahr. Sven Uhrhan, der die Studie mit erstellte, sah allerdings in der Gemeinde viel Potenzial, um die Herausforderungen zu meistern. So habe die Gemeinde eine sehr gute überörtliche Anbindung, verbunden mit einer zentralen Lage im Saarland und nahe der Landeshauptstadt Saarbrücken. Mit dem Zukunftsstandort Göttelborn hat die Gemeinde nach Ansicht von Uhrhan die einzigartige Chance zum Ausbau neuer Technologien. Außerdem verfüge die Gemeinde über eine sehr gute Ausstattung mit sozialer Infrastrukturr, sprich Kindergärten, Schulen und Freizeiteinrichtungen, sowie ein reges Vereinsleben. Gute Möglichkeiten für eine positive Entwicklung sieht Uhrhan auch im Bereich Naherholung, Stichworte Netzbachtal, Waldparkanlage in Fischbach und Halden. Uhrhan: "Quierschied hat wirklich viel zu bieten. Nur weiß das kaum einer." Bürgermeisterin Karin Lawall sprach von "erschreckenden Zahlen". Die SPD-Politikerin machte deutlich: "Die demografische Entwicklung geht alle in der Gemeinde an." Die Verwaltungschefin sieht es jetzt als wichtigste Aufgabe an, ein Alleinstellungsmerkmal für Quierschied zu entwickeln. Karin Lawall: "Wir müssen den Menschen einen Grund sagen, damit sie nach Quierschied kommen und hier bleiben." "Wir müssen den Menschen einen Grund sagen, damit sie nach Quierschied kommen und hier bleiben." Bürgermeisterin Karin Lawall

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