Gemeinde Quierschied soll viel mehr für Buslinien 132 und 174 zahlen

Quierschied : Busse werden für Quierschied teuer

Gemeinde soll für wichtige Linien viel mehr bezahlen. Ein bedrohlicher Trend.

„Das ist Erpressung – aber eine andere Lösung sehe ich auch nicht“, sagte Willi Conrad (AfD) am Donnerstag im Quierschieder Gemeinderat. Erst nach intensiver Debatte und einer Unterbrechung stimmte der Rat einem Abschlag an das Buskonsortium Saarmobil zu. Das Unternehmen bedient seit der Insolvenz des Vorbetreibers im Frühjahr das „Linienbündel A“. Das sind die Linien 132 und 173, die hauptsächlich Dudweiler, Quierschied und Sulzbach verbinden und morgens sowie mittags für Schulbusse vorgesehen sind.

Saarmobil will  mehr Geld vom Zweckverband Öffentlicher Personennahverkehr auf dem Gebiet des Regionalverbandes Saarbrücken (ZPRS). Der wird aus den betroffenen Kommunen finanziert. Sulzbach hatte bereits zähneknirschend der Mehrbelastung zugestimmt. „Wenn wir nicht zahlen, bleiben die Kinder morgens stehen“, sagt Britta Hess (SPD).

„Beim bisherigen Anbieter belief sich der Zuschussbedarf auf 274 300 Euro. Saarmobil verlangt nun 1 032 408 Euro“, sagte Bürgermeister Lutz Maurer über die Gesamtkosten. Die Ausgaben teilen sich die Kommunen, durch welche die Linien verlaufen. Weil 44 Prozent der Strecken auf Quierschieder Gebiet liegen, kommt also auf diese Gemeinde der Löwenanteil der Kosten zu. Maurer: „Wir sind auf eine sichere Busverbindung gerade für unsere Schulen angewiesen. Aber den vierfachen Preis zu zahlen ohne Qualitätsgewinn erscheint mir schon fragwürdig.“

Zu viel ist das auch für einige in der CDU-Fraktion, die erst nach der Sitzungspause mehrheitlich zustimmte. „Wir tragen das bis Ende des Jahres mit“, sagte Stefan Ziegler (CDU). Er fordert aber, dass der vom ZPRS beauftragte Wirtschaftsprüfer klare Aussagen macht, ob die von Saarmobil geforderte Summe realistisch ist. „Mir scheint, dass größere Konsortien immer mehr kleine Busunternehmen vom Markt drängen und damit ein Preismonopol bilden. Ich erwarte dazu auch eine Stellungnahme des Wirtschaftsministeriums“, sagte Ziegler. Heute beschäftigt das Thema erneut den Zweckverband. Maurer befürchtet, dass die Preispolitik sich auf alle anderen Linien im Land auswirkt. Dann seien die Kommunen nicht mehr in der Lage, den ÖPNV im jetzigen Umfang aufrechtzuerhalten.