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Für die Musikschule zeichnet sich eine Lösung ab

Für die Musikschule zeichnet sich eine Lösung ab

Bislang waren Sitzungen des Zweckverbands Musikschule Sulzbach-/Fischbachtal selten von großem öffentlichen Interesse. Das wird bei der Versammlung heute um 17 Uhr im Sitzungssaal des Sulzbacher Rathauses sicher anders sein.

Die mehrfach geänderte Tagesordnung beginnt mit der Nachwahl des stellvertretenden Zweckverbandsvorsitzenden. Der neue Quierschieder Bürgermeister Lutz Maurer wird auch hier die Nachfolge seiner Amtsvorgängerin Karin Lawall antreten. Anschließend billigt die Zweckverbandsversammlung die sowohl vom Sulzbacher Stadtrat als auch vom Quierschieder Gemeinderat getragene Haushaltssatzung, den Haushalts- und Stellenplan für das laufende Jahr. Formsache bis dahin, doch nun beginnt es spannend zu werden.

Nachdem im Dezember der Quierschieder Gemeinderat den Austritt aus dem Zweckverband erklärt hat, will Musikschulleiter Uwe Brandt mit einem Haushaltskonsolidierungskonzept die verantwortlichen Kommunalpolitiker überzeugen, diesen Schritt doch noch einmal zu überdenken. Über 435 000 Euro schießen die beiden Trägerkommunen im aktuellen Jahr zum rund 800 000 Euro-Etat der Musikschule zu. Quierschied hatte wegen des trotz eingeleiteter Sparbemühungen immer weiter gestiegenen Zuschussbedarfs der Musikschule die Notbremse gezogen (wir berichteten mehrfach). "Im Dezember war die Stimmung ganz schlecht. Erneut waren wir zum Jahresende von plötzlich auftauchenden Lücken im Haushalt der Musikschule überrascht worden", erklärt der Quierschieder SPD-Fraktionssprecher Stephan Schmidt. "Beide großen Parteien waren sich zwar einig, dass man die Musikschule erhalten sollte, aber eben nicht um jeden Preis", ergänzt sein CDU-Kollege Timo Flätgen. Den pädagogischen Nutzen und die künstlerischen Erfolge stellt auch in Quierschied niemand in Abrede. Vor dem Hintergrund der landesweiten Sparauflagen für die Kommunen wollte man aber auch die freiwilligen Ausgaben für die Musikschule nicht ungeprüft weiter steigen lassen.

"Wir haben uns von der Emotionalität, die von anderer Seite in die Diskussion eingebracht wurde, nicht anstecken lassen", sagt Schmidt, "wir haben gemeinsam verschiedene Möglichkeiten durchdacht und sind nun auf eine Lösung zur Rettung der Musikschule gekommen, die im Quierschieder Gemeinderat eine Mehrheit finden würde." Kernpunkt dieses Vorschlages ist eine sogenannte "Deckelung" des Quierschieder Anteils. "Wir wollen unseren jährlichen Zuschuss festschreiben", sagt Flätgen, will aber Details und Zahlen erst im Gremium diskutieren: "Vorab kann ich nur sagen, dass es sich bei dem von uns angedachten Betrag um einen Mittelwert der vergangenen Jahre handelt." Der Betrag soll aber deutlich unter den aktuell rund 200 000 Euro Zuschuss liegen. "Damit wäre endlich Planungssicherheit gegeben für die Gemeinde wie auch für die Musikschule", sagt Flätgen, "wenn dann auch noch die neuen Sparbemühungen der Schulleitung greifen, wäre der Fortbestand der Musikschule auch in der jetzigen Form sicher möglich."

Wird Einigkeit über diese Deckelung erreicht, würde Quierschied seine Kündigung zurücknehmen. Sicher ist schon jetzt, dass beide Kommunalparlamente sich in ihrer nächsten Sitzung mit dem Thema beschäftigen müssen. Denn gibt es keine Einigung und es bleibt beim Quierschieder Austritt, muss bis zur nächsten Sitzung des Zweckverbands Ende März auch über die Zukunft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Musikschule entschieden werden.