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Wasser muss abgekocht werden
Noch immer gefährden Bakterien Trinkwasser

Experten raten zurzeit davon ab, Wasser direkt aus der Leitung  zu trinken. Ihr Rat: zuerst abkochen.
Experten raten zurzeit davon ab, Wasser direkt aus der Leitung zu trinken. Ihr Rat: zuerst abkochen. FOTO: dpa / Lino Mirgeler
Fischbach. Experten raten weiterhin dazu, Wasser aus der Leitung abzukochen. Verbraucher müssen sich seit einigen Tagen damit abfinden. Denn Keimgrenzwerte seien überschritten. Und das könnte die Gesundheit beeinträchtigen. Von Patric Cordier

Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Wir sind es einfach gewohnt, dass sauberes, klares Wasser fließt, sobald wir den Hahn aufdrehen. Umso schlimmer treffen uns Nachrichten wie die, die am Montag von den Quierschieder Gemeindewerken vermeldet werden mussten: „Das Wasser im Gemeindeteil Fischbach ist mikrobakteriell belastet und muss vor dem Gebrauch abgekocht werden.“


Der erste Schreck ist nachvollziehbar. Doch zeigt die rasche Reaktion der Verantwortlichen auch, wie engmaschig unser Trinkwasser überwacht wird. „Die Hygienevorschriften sind Gott sei Dank sehr streng, selbst wenn die Grenzwerte nur wenig überschritten werden“, betont Quierschieds Bürgermeister Lutz Maurer. Die Ursache der Belastung stammt vemutlich von einer Beschädigung der Hauptwasserleitung. Am 18. September wurde bei Kabelarbeiten einer Fremdfirma die Fischbacher Hauptleitung von einer Baggerschaufel getroffen. Die Versorgung wurde über kleinere, parallel verlaufende Leitungen weitestgehend aufrecht erhalten. Dennoch war es in Höhenlagen auch zu zeitweise Ausfällen gekommen (wir berichteten). „Neben den Reparaturarbeiten wurde sofort auch mittels verschiedener Spülungen die Reinigung des Systems veranlasst“, sagt Maurer, der auch den zeitlichen Ablauf lückenlos erklärt: „Im Nachgang wurden dann von Seiten der Gemeindewerke vorsorglich verschiedene Proben entnommen. Die wurden am (vergangenen, Anm. d. Red.) Freitag eingeschickt, die Untersuchung dauert 48 Stunden. Deren Ergebnis lag dann am Montag vor. Wir haben sofort die Öffentlichkeit und auch das Gesundheitsamt informiert und alle notwendigen Schritte eingeleitet.“

Seit dem gestrigen Dienstagvormittag wird das Wasser in Fischbach nun von einer Fachfirma mit Chlor versetzt, um die mikrobiologische Belastung schnellstmöglich abzubauen. Diese Arbeiten werden voraussichtlich bis zum kommenden Freitag andauern.



„Wenn die Chlorung erfolgreich ist, wird das sogenannte Abkochgebot wieder aufgehoben“, sagt Wolfram Prinz, der kaufmännische Werkleiter, „nach weiteren Spülungen erfolgt eine erneute Beprobung. Erst wenn diese negativ ist, wird das Wasser komplett wieder freigegeben. Wir dürfen die Sache nicht verniedlichen, aber wenn man sich an die Handlungshinweise hält, besteht auch kein Grund zu übertriebener Aufregung“. Wann Entwarnung gegeben werden kann, war am gestrigen Dienstag allerdings nicht abzusehen.

„Natürlich bedauern wir die mit der Beseitigung der Verunreinigung einhergehenden Beeinträchtigungen“, betont Maurer, „wir setzen alles daran, dass die Arbeiten schnellstmöglich abgeschlossen werden. Wichtig ist, dass wir uns auf die Reinheit unseres Wassers verlassen können. Hier haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Gemeindewerke in der Vergangenheit sehr gute Arbeit geleistet.“

Professionalität und Sicherheit gibt es aber nicht zum Nulltarif. Wasser und Abwasser sowie die damit verbundenen Gebühren sind morgen (27.September) um 18 Uhr auch Thema in der Sitzung des Gemeinderats, die dieses Mal im Sitzungssaal des Rathauses stattfindet. Außerdem geht es um Kanalisierungsmaßnahmen im Drosselweg, Birkenweg und Kastanienweg sowie um den Lärmschutz.