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FDP-Mann macht als Einzelkämpfer weiter

FDP-Mann macht als Einzelkämpfer weiter

Quierschied. Die gemeinsame Fraktion der beiden Freien Wähler Gernot Abrahams und Klaus-Dieter Nemecz mit Patrick Saar (Foto: ll) von der FDP im Quierschieder Gemeinderat ist geplatzt. Saar hat zum 20. Januar seinen Austritt erklärt. In der Finanzausschuss-Sitzung am Dienstag hat er dies der Gemeindeverwaltung mitgeteilt. Das bestätigt die Quierschieder Bürgermeisterin Karin Lawall

Quierschied. Die gemeinsame Fraktion der beiden Freien Wähler Gernot Abrahams und Klaus-Dieter Nemecz mit Patrick Saar (Foto: ll) von der FDP im Quierschieder Gemeinderat ist geplatzt. Saar hat zum 20. Januar seinen Austritt erklärt. In der Finanzausschuss-Sitzung am Dienstag hat er dies der Gemeindeverwaltung mitgeteilt. Das bestätigt die Quierschieder Bürgermeisterin Karin Lawall. Damit endet nach Angaben von Saar eine "Zusammenarbeit mit vielen Höhen und Tiefen". Für beide Seiten hat die neue Situation weitreichende Konsequenzen.So verlieren beide kleinen Parteien ihr Recht auf einen Sitz in den Ausschüssen. Dieses Recht hatten sie sich durch den Zusammenschluss erworben. Künftig hat die CDU nun einen Sitz mehr. Das bedeutet: Von den elf Sitzen in den Ausschüssen haben SPD und CDU nun jeweils fünf, die Linke-Fraktion hat einen. Die beiden Gemeinderatsmitglieder der Freien Wähler und FDP-Mann Patrick Saar können nur noch als Gäste an den Sitzungen teilnehmen.

Ein Stimmrecht haben sie nicht mehr. "Unsere politischen Ziele haben in letzter Zeit nicht mehr übereingestimmt", begründet Patrick Saar seinen Austritt aus der Fraktionsgemeinschaft. Er erinnert daran, dass man unter anderem als gemeinsames Ziel die Schließung des Hallenbades vereinbart habe. Doch urplötzlich hätten sich die Freien Wähler anders entschieden und schließlich für den Erhalt des Bades gestimmt. Gernot Abrahams bedauert die Entscheidung seines ehemaligen Fraktionskollegen. "Sie bringt sowohl der FDP als auch uns nur Nachteile", sagt er und weist darauf hin: "Wir waren nur eine reine Zweckgemeinschaft. Jeder konnte abstimmen, wie er es für richtig hielt."

Jetzt hätten die beiden kleinen Parteien kein Stimmrecht mehr in den Ausschüssen und dürften dort auch keine Anträge mehr stellen. Das erschwere die kommunalpolitische Arbeit doch erheblich. Abrahams befürchtet, dass es künftig noch schwerer werden wird, von der Verwaltung Informationen zu erhalten. Außerdem ist Abrahams über den Stil des Austritts enttäuscht. "Patrick hat uns vor vollendete Tatsachen gestellt. Er hat über sein Vorhaben nicht einmal mit uns geredet."

Patrick Saar ist trotz seines Solistendaseins überzeugt, dass er bei den anstehenden Themen positiv in der Kommunalpolitik mitwirken, Themen anstoßen und die Gemeinde vorwärts bringen kann. Sein Ausblick: "2011 stehen wichtige Entscheidungen an. Das Thema Musikschule muss erneut beraten werden, gemeinsam mit den Kollegen aus Sulzbach. Für den Kultursaal muss eine vernünftige Lösung gefunden werden, und es muss ein Haushaltssanierungskonzept für die nächsten Jahre beschlossen werden. Hierbei darf kein Haushaltsposten tabuisiert werden, über alles darf und muss geredet werden. Es gilt Kompromisse zu finden, um sich nicht kaputt zu sparen, sondern trotz allem die Gemeinde für die Zukunft gut aufzustellen."