| 20:31 Uhr

Saarlandliga
Euphorie beim FC, Ernüchterung bei der Spvgg.

Rastpfuhls Mirco Becker (rechts) hat abgezogen, Quierschieds Julian Fernsner streckt sein rechtes Bein aus und kann den Schuss abfälschen.
Rastpfuhls Mirco Becker (rechts) hat abgezogen, Quierschieds Julian Fernsner streckt sein rechtes Bein aus und kann den Schuss abfälschen. FOTO: Peter Franz
Rastpfuhl. Rastpfuhl ist als Aufsteiger top in die Runde gestartet. Der 3:1-Heimerfolg gegen Quierschied war der zweite Sieg im dritten Spiel. Die Gäste sind dagegen mit drei Niederlagen auf dem Boden der Tatsachen angelangt. Von Lucas Jost

In der vergangenen Spielzeit gehörte der Fußball-Saarlandligist Spvgg. Quierschied lange zu den Aufstiegskandidaten. Die Quierschieder spielten ganz vorne mit. Dabei waren sie in der Saison zuvor nur nicht abgestiegen, weil die DJK Bildstock ihre Mannschaft abgemeldet hatte. Der überraschende Höhenflug nach dem Fastabstieg neigte sich auf der Zielgeraden in der vergangenen Saison dem Ende entgegen. Und in der jetzt angelaufenen Runde läuft es gar nicht mehr rund. Drei Spiele, drei Niederlagen. „Wir müssen ganz klar erkennen, wo wir dieses Jahr stehen. Ich denke, dass wir auf dem Boden der Tatsachen angekommen sind“, konstatierte der sichtlich geknickte Trainer Pascal Bauer. Mit 1:3 (1:3) hatte seine Mannschaft am Samstag bei Aufsteiger FC Rastpfuhl verloren. Bauer sagte: „Aus dem Spiel heute nehmen wir gar nichts mit. Das müssen wir abhaken. Wir müssen über Tugenden kommen, die man im Abstiegskampf halt braucht – wie Wille, Biss und Kampf.“


Die Euphorie beim Aufsteiger FC Rastpfuhl, der seinen zweiten Saisonsieg bejubelte, ist nach dem prima Saisonstart groß. „Damit gerechnet haben wir nicht. Ich bin schon ein bisschen überrascht“, sagte Trainer Mirza Mehmedovic, der gut gelaunt anfügte: „Wir haben das heute von Anfang bis zum Schluss durchgezogen. Vor dem Spiel haben wir gesagt, heute geht es nur über Kampf und Wille bei den Temperaturen. Ich muss sagen, da kann man nur seinen Hut ziehen vor den Jungs und wie sie heute gekämpft haben.“

Bei den Gästen stimmte wenig. Nach vorne war die Spvgg. Quierschied harmlos. Die Abwehr war löchrig. Die Gastgeber wirkten frischer, laufbereiter, cleverer. Und wacher zu Spielbeginn. Nach vier Minuten ging der FC Rastpfuhl durch Ram Jashari mit 1:0 in Führung. Quierschieds Kapitän Dominik Engel erzielte in der 17. Minute den Ausgleich. Er nutzte einen Stellungsfehler von Tobias Knapp aus und überlupfte den FC-Torwart.



Die Quierschieder fanden aber nie wirklich ins Spiel. Nach vorne fehlte die Durchschlagskraft, die entscheidenden Pässe waren zu unplatziert. Der Aufsteiger war die bessere Mannschaft und kam immer wieder zu Torchancen. Beispielhaft für den Spielverlauf war das 2:1 von Marcel Noll. Rastpfuhls Kapitän bekam im Mittelfeld den Ball, wurde nicht bedrängt und zog aus 25 Metern ab – ein Schuss wie ein Strich, der unhaltbar für Torwart Benedikt Schmitt im Netz landete.

Quasi mit dem Halbzeitpfiff erhöhte der 1,87 Meter große Verteidiger Stefan Kaeding mit einem platzierten Kopfball nach einem Eckball auf 3:1 für den Aufsteiger. Das war zugleich der Endstand. Die Spvgg. Quierschied versuchte zwar noch, Akzente nach vorne zu setzen. Der FC Rastpfuhl hätte seinerseits aber noch Treffer nachlegen können. Spvgg.-Torwart Schmitt war es zu verdanken, dass das Ergebnis nicht höher ausfiel. Er vereitelte vor etwa 250 Zuschauern einige Großchancen der Saarbrücker.

„Sechs Punkte in drei Spielen ist top. Jetzt müssen wir natürlich weitermachen. Man hat in den drei Spielen gesehen, dass wir uns spielerisch nicht verstecken müssen“, bilanzierte Kapitän Noll. Wie ungemütlich die Situation für die Quierschieder werden kann, weiß Torwart Schmitt. „Ich habe keine Ahnung, was los war. Heute hat komplett die Einstellung gefehlt. Wir müssen jetzt schnellstmöglich punkten“, sagt der 31-Jährige.

Der FC Rastpfuhl empfängt am kommenden Samstag um 18 Uhr den Oberliga-Absteiger FV Eppelborn. Die Spvgg. Quierschied erwartet am Sonntag um 16 Uhr den Aufsteiger SF Rehlingen-Fredersdorf.