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„Es Tildche“ feiert in Quierschied den 100. Geburtstag

„Es Tildche“ feiert in Quierschied den 100. Geburtstag

Auf ein bewegtes Leben blickte am Samstag die Quierschiederin Mathilde Jung zurück. Denn sie feierte ihren 100. Geburtstag - oder feierte die Jubilarin den Ehrentag zu spät? Mehr als die Hälfte ihres Lebens lang hat sie nämlich am 10. Oktober Wiegenfest gefeiert.

Zu früh, wie die Gemeinde 1989 befand, denn die offizielle Urkunde lautet auf den 11. Oktober. Wie es dazu gekommen ist, ist nur noch zu vermuten. Am wahrscheinlichsten ist es, dass sie am 10. Oktober als Metzgertochter von Katharina und Johann Rebeck in Fischbach geboren wurde und die Geburt erst tags darauf bei der Gemeinde angezeigt wurde.

Bis 1936 lebte es "Tildche" im Fischbacher Elternhaus, viel Zeit verbrachte sie auch bei der "Numerer Mutter", der Oma in Numborn. Zu dieser Zeit arbeitete sie bereits als Näherin, schneiderte überwiegend Oberhemden in der großen Näherei hinterm "PeKa" in der Saarbrücker Innenstadt. 1936 zog es die Jubilarin nach Heusweiler, denn sie hatte ihren Gustav geheiratet, mit dem sie 1940 das einzige Töchterchen Inge erwartete. Drei Jahre lang baute die Familie dann ab 1950 ihr Häuschen in der damaligen Holzer Straße in Fischbach, die heute die Heusweilerstaße Quierschieds ist. Komplett in Eigenleistung, wie die Seniorin noch heute berichtet, sogar jeden einzelnen Stein hätten die Jungs damals selbst gegossen. Klar, dass so etwas große Bindung zum Eigenheim schafft, und so zog Mathilde Jung erst mit 90 Jahren aus. Da war sie bereits Witwe, denn Gatte Gustav starb 1986, ein Jahr nach der Goldhochzeit. Zuvor hatte das Paar seinen Ruhestand dazu genutzt, Europa zu bereisen, noch heute sind ihr die Ziele Lourdes und Amsterdam in bester Erinnerung. Heute lebt die Seniorin im Altenheim Quierschied . Mit den Jahrzehnten ist auch die Familie gewachsen. Enkel Armin Fell zählt selbst bereits 51 Lenze, Mareike und Nadine heißen die Urenkelinnen.