„Es ist heute schon schwierig, einen Verein aufrecht zu erhalten“

„Es ist heute schon schwierig, einen Verein aufrecht zu erhalten“

Der Castingsport hat es im Saarland nicht einfach. Und das obwohl Saarlands Zielwerfer im vergangenen Jahrhundert zu den Besten in Europa gehörten. Doch diese Zeiten seien lange vorbei, weiß Christof Morsch.

Der Castingsport hat wie viele Randsportarten ein Nachwuchsproblem. Christof Morsch, stellvertretender Referent für Casting im Fischereiverband Saar und Jugendleiter beim ASV Fischbach-Camphausen, kennt noch Zeiten, in denen es in Sachen Jugendarbeit besser lief. Er hat die Casting-Gruppe seines Vereins 1988 gegründet.

"Es ist heute schon schwierig, einen Verein aufrecht zu erhalten. Noch schwieriger ist es, an die Kinder ranzukommen und sie dafür zu begeistern. Das Engagement der Eltern geht auch zurück. Es ist gar nicht einmal so, dass sie nicht wollen. Sie können es zeitlich einfach nicht", sagt Morsch.

Er selbst hat die aktuelle Trainingsgruppe vom früheren Fischbacher Vorzeige-Castingsportler Andreas Brein übernommen, der aus beruflichen Gründen aufhören musste. Das gemeinsame Training von Jung und Alt findet immer freitagmittags in der Fischbachhalle statt. "Dort wärmen wir uns gemeinsam auf, werfen einige Runden Casting und spielen zum Abschluss ein bisschen Fußball. Es kommen immer zwischen 15 und 20 Kinder und Jugendliche aller Altersklassen", sagt Morsch nicht ohne Stolz: "Zurzeit gibt es eine solche Gruppe meines Wissens nur noch in Merzig." Der einfache Vergleich mit einem Fußball- oder Handballverein zeigt den strukturellen Nachteil des sportorientierten Angelns im Verein: "In anderen Sportarten finden zwei Mal pro Woche Trainingseinheiten im Wohnort statt und am Wochenende wird im Ligabetrieb gespielt. So etwas gibt es bei uns nicht. Um an Wettbewerben teilzunehmen, muss man Zeit und Geld investieren." Wobei Anfänger auch ohne Griff in den Geldbeutel Kontakt mit der Sportart aufnehmen können - die Grundausstattung stellt der Verein: "Und das ist so ziemlich das Beste, was man kriegen kann", sagt Morsch.

Der Fischereiverband weise die Angelvereine immer wieder darauf hin, sich mehr im Castingbereich zu engagieren. Weil die Sportart aus rechtlichen Gründen nur auf einem Sportplatz praktiziert werden darf, gestaltet sich das allerdings schwierig: "Die Vereine müssen schauen, ob sie die Kinder zusammenbekommen, einen für alle passenden Termin und dann noch einen geeigneten Sportplatz und für den Winter eine geeignete Halle finden", klagt Morsch, "Bei uns in Fischbach klappt das sehr gut. Wir sehen uns an den Trainingsterminen das ganze Jahr über und das schafft einen Zusammenhalt, der auch später noch bleibt. Nur so bleiben Vereine gesund."

Interessierte Angelvereine können sich über den Fischereiverband Saar jederzeit bei Christof Morsch melden. "Ich fahre gerne zu den Vereinen hin und erkläre, um was es im Großen und Ganzen geht. Man kann auch gerne bei uns freitags in der Fischbachhalle vorbeischauen und sich das alles einmal anschauen", sagt er, stellt aber auch klar, dass ihm die Zeit fehle, die Vereine von sich aus anzusprechen.