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„Es ist eben ein ruhiger und gemütlicher Markt“

„Es ist eben ein ruhiger und gemütlicher Markt“

Der große Besucheransturm kam erst zum Ende des Quierschieder Herbstmarktes, dennoch zeigen sich die Händler zufrieden. Sie hatten Zeit für Verkaufsgespräche und konnten auf die Wünsche ihrer Kunden eingehen.

 Traditionelles wurde geboten.
Traditionelles wurde geboten.

Die Sonne strahlt zwischen den Ständen auf dem Triebener Platz in Quierschied . Pfeffer, Kräuter und verschiedene Essige können die Besucher an allen Ecken beschnuppern. Doch viele Nasen erfreuen sich nicht über die verschiedenen Gerüche des Quierschieder Herbstmarktes.

"Wenn die Parteien nicht da sind, ist es hier mit den Besuchern sehr dünn", sagt Fred Jaeromram, der Taschen aus Kunst- und Echtleder anbietet. Oftmals haben die in Quierschied aktiven Parteien, während des Herbstmarktes unterhalb des Triebener Platzes Infostände aufgebaut. "Dann kommen mehr Leute", erzählt der 71-Jährige, "dann kommt noch deren Anhang und dann ist hier mehr los." Dennoch waren die Standbetreiber zufrieden. "Es kommt halt auf die Art an, wie man verkauft", sagt Jaeromram, "wenn man nur dahinter sitzt und dumm guckt, verkauft man natürlich nix."

Manche Händler fanden den mangelnden Besucheransturm auch gar nicht schlecht. "Es ist nicht überlaufen, aber angenehm und freundlich", sagt Oswin Bauer von Montebelluna. Er hat einen Stand mit verschiedenen Weinen, Likören und Essigsorten. "Von der Frequenz her ist es trotzdem gut. Außerdem hat man dann auch Zeit für die Kunden und kann viel erklären." Das haben die Leute am Donnerstag zwischen 8 und 18 Uhr auch genutzt. Denn diejenigen, die da waren, haben sich mit Interesse umgesehen und dann auch gekauft.

"Die Stammkundschaft, die kommt immer", erklärt Francesco Pacifico. Seit 35 Jahren ist er regelmäßig beim Quierschieder Herbstmarkt dabei. "Natürlich ist immer zu wenig los", sagt Pacifico, schließlich wollen die Händler ja möglichst viel verkaufen und dann könne der Besucherstrom nicht groß genug sein. "Hier ist es immer ganz ruhig", erzählt der Contwiger, "es ist eben ein ruhiger und gemütlicher Markt, das macht den Quierschieder Markt aber auch aus." Zu tun hat er beim Verkauf seiner Ledergürtel und Hosenträger aber trotzdem. Regelmäßig kommt Kundschaft und fragt: "Haben sie diesen Gürtel auch ein bisschen kürzer?" Worauf sich Pacifico direkt den Gürtel schnappt, den Kunden einmal um die Hüfte legt, um Maß zu nehmen, und antwortet: "Das mach ich ihnen grade. Dauert nur eine Minute." Dann entfernt er die Schnalle, schneidet das überschüssige Stück ab und befestigt den Verschluss wieder mit zwei neuen Nieten - fertig ist der Gürtel nach Maß. "Das sind so die Sachen, weswegen ich gern hierher komme", sagt Claudia Schmidt aus Dudweiler, "so etwas kriegt man nicht im Geschäft. Außerdem ist es hier sehr freundlich und man hat so ein bisschen den persönlichen Kontakt."

Seit etwa drei Jahren kommt sie regelmäßig zum Herbstmarkt nach Quierschied . "Diesmal bin ich mit halb fünf etwas später dran als sonst, aber man muss ja auch gucken, wie man es mit den Arbeitszeiten so unter einen Hut kriegt", erzählt Schmidt. So wie ihr ging es wohl vielen Marktbesuchern, die dann ab halb fünf doch noch zahlreich über den Triebener Platz schlenderten.