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Schäferhundeverein
Es blieb nicht nur beim Zuschauen

Beim Sommerfest des Schäferhundvereins Quierschied zeigte Ute Randau Kunststücke mit ihrem Coli.
Beim Sommerfest des Schäferhundvereins Quierschied zeigte Ute Randau Kunststücke mit ihrem Coli. FOTO: Thomas Seeber
Quierschied. Familienfest beim Schäferhundeverein animierte am Samstag Kinder, es den Vierbeinern im Parcours nachzumachen. Von Stefan Bohlander

Da sitzt er, der kleine braun-weiße Jack-Russell-Terrier, und beweist wieder einmal, warum er der pfiffigste Hund des Saarlandes ist. „Toby das Erdmännchen“ war der Stargast des Hunde- und Kinderfestes „Spaß mit 4 Pfoten“ beim Schäferhundeverein Quierschied am vergangenen Samstag. „Erdmännchen“ sei der Künstlername, weil Toby so lange Männchen machen könne, erklärt sein Mensch Rüdiger Kramer. Toby erlangte Berühmtheit unter anderem durch seinen Auftritt in der Sat1-Show „Superpets – die talentiertesten Tiere der Welt“. In Quierschied nun zeigte der Siebenjährige kleine Kunststücke, balancierte beispielsweise eine Plastikflasche oder einen Schaumstoffball auf seiner Schnauze.



Auch zeigte er, wie er Zwei-Euro-Münzen gezielt in den – erweiterten – Schlitz eines Sparschweines steckt. Für jedes Kunststück erntete  er großen Applaus und natürlich Leckerlis. Oftmals werde Rüdiger Kramer darauf angesprochen, ob er dem Hund nicht zu viel zumute.

„Einen Jack Russell kriegt man nicht kaputt“, antworte er da immer. Denn der aufgeweckte, quirlige und nach geistiger und körperlicher Auslastung lechzende Toby melde sich schon, wenn ihm etwas zu viel werde. Tatsächlich zeigte sich Toby denn auch am Samstag etwas müde, und sein Herrchen macht dementsprechend langsamer. Immerhin hatten die beiden am Morgen bereits einen Auftritt in Kaiserslautern.

Volle „Hütte“ hatte der Schäferhundeverein nicht nur wegen des hohen Besuchs von Toby, sondern wegen des auch sonst sehr abwechslungsreich gestalteten Programmes. So durften die jungen Besucher am Nachmittag noch auf einem Pony reiten, an einer Modenschau teilnehmen oder sich schminken lassen. Einer Vorführung von Schäferhunden in Unterordnung und Schutzdienst schlossen sich weitere Specials wie ein Hunderennen, die Verführung von Hundesport oder Longieren an.

Eine runde Sache war auch der Auftritt der Obedience-Truppe. Auf einem rund 100 Meter langen Parcours galt es für Hunde aller Rassen, ihren Gehorsam sportlich unter Beweis zu stellen.

Nach der Grundstellung „Sitz“ mussten die gut ausgebildeten Tiere durch Tunnel laufen oder Hürden wie ein Fass überspringen. Das machte beim Zuschauen scheinbar so viel Spaß, dass im Anschluss sogar die jungen Besucher den Parcours durchliefen und ebenfalls Hindernisse übersprangen.

„Der Hundeführer lernt beim Obedience, auf seinen Hund zu achten und umgekehrt“, erklärt Wolfgang Zimmer. Der Beisitzer ist die gute Seele des Vereins und mit seiner wunderschönen Altdeutschen Schäferhündin Yule eifriger Mitmacher bei der Obedience-Gruppe. Das ein Jahr alte Prachtexemplar war  trotz der vielen weiteren Hunde und Menschen auf dem vereinseigenen Gelände unbeeindruckt und geriet  nur einmal kurz in Unsicherheit, als zwei als Indianer geschminkte Kinder tobend und unvermittelt von der Seite her kamen.

Die Obedience-Gruppe wurde vor vier Jahren gegründet, ergänzt die Vorsitzende Margot Kartes. Mit rund 70 Mitgliedern habe man derzeit etwa 40 Hunde, von denen sich viele an der Sportart beteiligen würden. Die Sozialisation und Gehorsamkeit der Hunde kämen bei Obedience komplett über das Spielerische. Oder wie es Wolfgang Zimmer ausdrückte: „Ich mache was Gutes für mich und den Hund.“

Heike Herrmann  mit ihrem Schäferhund beim Hindernislauf
Heike Herrmann mit ihrem Schäferhund beim Hindernislauf FOTO: Thomas Seeber