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50 Jahre Handwerksmeister
Seinem Handwerk und der Gemeinde treu

Manfred Zimmer erhielt den Goldenen Meisterbrief.
Manfred Zimmer erhielt den Goldenen Meisterbrief. FOTO: BeckerBredel
Quierschied. Der wegen seines sozialen Engagements bekannte Manfred Zimmer erhielt jetzt den Goldenen Meisterbrief als Elektroinstallateur. Von Frank Bredel

Manfred Zimmer ist in der Gemeinde bekannt: Sein Name ist mit der Lebenshilfe verbunden, einem 1958 gegründeten gemeinnützigen Verein, der sich um behinderte Menschen kümmert und im Saarland mit dem Engagement Zimmers als Vorsitzenden zu einem Branchenriesen in der Wohlfahrtsarbeit entwickelt hat. Er erhielt dafür das Bundesverdienstkreuz und ist in Bundesgremien der Lebenshilfe noch heute aktiv.


Manfred Zimmer hat aber auch eine berufliche Karriere hinter sich: Als Elektroinstallationsmeister der Siemens AG war er bis zur Pensionierung bundesweit eingesetzt, zuletzt Obermeister in Speyer mit Personalverantwortung für andere Handwerksmeister. Die Handwerkskammer des Saarlandes hat ihm nun den Goldenen Meisterbrief für 50 Meisterjahre im Handwerk verliehen und würdigt damit die berufliche Qualifikation des 82-Jährigen.

Gelernt hatte er seinen Job in Trier-Ehrang in einem kleinen Elektrobetrieb. Dann kam er ins Saarland, zog nach Quierschied, von wo er als Vater einer schwerbehinderten Tochter nie mehr wegzog. „Ich arbeitete in anderen Städten bis nach Berlin. Mein Arbeitgeber wusste, dass ich meiner Familie keinen Umzug zumuten wollte und unterstützte mich sehr. Ich bekam eine möblierte Wohnung und Reisekosten bezahlt und konnte so immer in Quierschied wohnhaft bleiben“, erzählt er nicht ohne Dankbarkeit. Seine behinderte Tochter war auch Grund, sich in der Lebenshilfe zu engagieren. Die Lebenshilfe Obere Saar, damals schon Betreiber einer Werkstätte für Behinderte, entwickelte sich unter Zimmers Führung enorm. 1978 kam Zimmer in den Vorstand, bis 1997 war er schließlich viele Jahre Vorsitzender. In seine Amtszeit fallen wichtige Investitionsentscheidungen, der Bau der Werkstätten in Püttlingen, die Bildung von Tagesförderstätten, die Schaffung der therapeutischen Wohngruppe in Altenkessel, der Ausbau der Landwirtschaft und der Gärtnerei. Heute bietet die Lebenshilfe Arbeit für mehr als 1500 Menschen. „Da war es mir aber immer hilfreich, dass ich als Handwerksmeister stets mit Menschen zu tun hatte und auch eine Ausbildereignung hatte. Das hilft auch und gerade, wenn es mal schwierig wird“, sagt er. Seinen Beruf als Elektroinstallateur übt er lange nicht mehr aus. Bei der Lebenshilfe findet man Zimmer heute noch regelmäßig. Nicht nur in den Gremien, auch in den Werkstätten, wo ihn fast alle namentlich begrüßen oder gar winken, wenn er reinkommt. Und Ziele hat er auch noch: „Wir beschlossen gerade, einen Pflegedienst einzurichten. Die Behinderten, die bei uns leben, sollen auch von uns selbst gepflegt werden können. Dieses Projekt liegt mir sehr am Herzen.“