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Ein unbekannter GewinnerSaarland spielt in der Bundesliga der Naturschutzprojekte

Ein unbekannter GewinnerSaarland spielt in der Bundesliga der Naturschutzprojekte

Quierschied/Friedrichsthal. Diese Zahl ist den Machern des Projekts Landschaft der Industriekultur Nord (LIK Nord) schon ins Auge gesprungen: Von rund 500 Befragten antworteten 87,9 Prozent mit "nein" auf die Frage: "Haben Sie bereits vom Naturschutzgroßvorhaben des Zweckverbandes LIK Nord gehört?". Lediglich 12,1 Prozent sagten "ja"

Quierschied/Friedrichsthal. Diese Zahl ist den Machern des Projekts Landschaft der Industriekultur Nord (LIK Nord) schon ins Auge gesprungen: Von rund 500 Befragten antworteten 87,9 Prozent mit "nein" auf die Frage: "Haben Sie bereits vom Naturschutzgroßvorhaben des Zweckverbandes LIK Nord gehört?". Lediglich 12,1 Prozent sagten "ja". Für Detlef Reinhard, Geschäftsführer des Zweckverbandes LIK Nord, Antrieb, an einer größeren Wahrnehmung zu arbeiten: "Das Wissen über das Projekt ist relativ gering. Da müssen wir mehr werben. Denn Wissen und auch Akzeptanz müssen bei den Menschen verankert sein, damit dieses Projekt Erfolg haben kann."Worum geht es? LIK Nord war 2009 Gewinnerregion beim Bundeswettbewerb Naturschutzgroßvorhaben und ländliche Entwicklung. Projektträger ist ein Zweckverband aus den sechs Kommunen Friedrichsthal, Illingen, Merchweiler, Neunkirchen, Quierschied und Schiffweiler sowie der Industriekultur Saar. Ziel: die vom Bergbau geprägte Landschaft erhalten und aufwerten. Etwa mit touristischen Impulsen oder neuen Wegen beim Umgang mit Naturschutz. Etwa zwölf Millionen Euro beträgt das Fördervolumen.

Die Frage nach der Wahrnehmung von LIK Nord gehörte zu einer Telefonbefragung im Juni quer durch die beteiligten Kommunen. Die Aktion ist Teil einer sozio-ökonomischen Studie zur Projektregion, ausgeführt vom Institut Tauruspro aus Spiesen-Elversberg. 5,8 Prozent waren der Meinung, die ehemaligen Industriestandorte wie Itzenplitz, Reden oder Göttelborn sollten abgerissen werden. 54 Prozent sprachen sich für eine andere Nutzung aus. Welcher Art, wurde nicht nachgefragt. Und 35,1 Prozent sagten, die Standorte sollten so bleiben, wie sie sind. 53 Prozent glauben, dass die Region für den Tourismus geeignet ist. 41 Prozent wollen sich nicht festlegen. Sechs Prozent sehen kein touristisches Potenzial.

"Das endgültige Gutachten liegt in Kürze vor und wird den Kommunen zugeleitet", sagt Reinhard. "Die Studie liefert einen Datenschatz, mit dem die Kommunen arbeiten können." Die Studie zählt zum Pflege- und Entwicklungsplan für die Projektregion LIK Nord, der nun in Arbeit geht. Den Auftrag dazu hat die Planungsgruppe AGL aus Saarbrücken erhalten.Quierschied/Friedrichsthal. Das Saarland spielt in der Bundesliga. Zumindest wenn es um den Naturschutz geht. Und mit Blick auf die Projektregion Landschaft der Industriekultur Nord. "Die prämierten Naturschutzgroßprojekte, das ist die Bundesliga unserer Projekte", sagte gestern im SZ-Gespräch Professor Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz. Hier werde Besonderes geboten.

Und was ist das Besondere an der Projektregion LIK Nord? Beate Jessel: "Es ist das einzige Projekt im urbanen, altindustrialisierten Bereich. Es hat Pilot-Charakter. Die ehemalige Bergbauregion bietet eine Palette von Möglichkeiten für den Naturschutz."

Jessel, deren Behörde die Gewinnerregionen des Bundeswettbewerbs idee.natur fördert, war gestern zu ihrem ersten offiziellen Besuch in der Projektregion, wenn sie auch das Saarland ganz gut kennt und gute persönliche Kontakte in die Region pflegt.

Auf dem Programm stand zunächst Göttelborn mit Bergwerksanlage und Halde. Weiter ging es zur Hahnwies Richtung Illingen, ins Prozessschutzrevier Quierschied, nach Heinitz, zum Hoferkopf in Friedrichsthal-Bildstock und schließlich zum Zukunftsort Reden.

LIK Nord sei in Phase eins, fügte Beate Jessel hinzu: "Jetzt wird der Pflege- und Entwicklungsplan erstellt. Der soll bis 2012 fertig sein. Dann beginnt Phase zwei, in der es richtig losgeht. Dann wird man was sehen können, dann wird richtig Geld in die Hand genommen." cle