| 22:14 Uhr

Comedy-Duo
„Dommes Gesprääsch“

Jürgen Brill und Ulli Schu sind seit 1992 als Comedy-Duo Langhals & Dickkopp unterwegs.
Jürgen Brill und Ulli Schu sind seit 1992 als Comedy-Duo Langhals & Dickkopp unterwegs. FOTO: Thomas Seeber
Quierschied. Die beiden Komiker Langhals und Dickkopp waren in der Q.Lisse in Quierschied zu Gast. Von Jörg Martin

„Es ist immer einer aus Hochdeutschland da“, prophezeite Jürgen Brill (Langhals) am Samstagabend schmunzelnd. Bei der ersten eigenen Veranstaltung der Gemeinde im neuen Kultursaal Q.lisse gab sich das „Mäbinger“ Mundartcomedy-Duo Langhals & Dickkopp fast schon missionarisch. Denn es galt, gemeinsam mit Uli Schu (Dickkopp) zu verdeutlichen, wie etwa der Versuch misslang, der Mama zu Weihnachten eine hochmoderne Kaffeemaschine zu schenken. Der Übergabe-Akt klappte noch, doch die Inbetriebnahme des „All-in-one“-Gerätes, welches sogar faxen und Mails verschicken kann, das war die Krux. „Is one kaputt, is all kaputt“, konnten die beiden Männer aus dem Nordsaarland bilanzieren. Doch nach dem Dilemma, Mama an Heiligabend keinen frischgebrühten Kaffee zu servieren, kam am ersten Weihnachtsfeiertag die Rettung: Um 06.30 Uhr stand kein Geringerer als Tom Hanks vor der Tür, reparierte die Maschine und erhielt dafür den ersten Weck mit warmen Fleischkäse seines Lebens. „Waddannoch“, heißt das aktuelle Programm der Männer. Dabei fragt man sich schnell, was jetzt noch kommt. Immer wieder steuern sie, angesichts enormer Spontanität, etwas Neues hinzu. Da stört es auch nicht, wenn das Warming up in Form eines Rückblicks auf 2017 den Ablauf leicht aus den Fugen bringt. Künstler haben immer was zu berichten. Und sei es, über die Angst von Langhals vor dem Weihnachtsgeschenk. Die hatte er vorher nie. Bis, ja bis, er einen Nasenhaartrimmer von der Frau geschenkt bekam. Und dann macht er das so, wie alle Männer: Er liest keine Bedienungsanleitung, schnell auf Höchststufe und die kleinen Härchen auf Minimalmaß gestutzt bis es juckt. Da hatte die „Langhals und Dickkopp-Lesenacht“ eine völlig andere Qualität. „Jetzt kommt der literarische Teil unseres besinnlichen Abends“, frotzelte Jürgen Brill, platzierte sich ins Publikum und ließ Uli Schu seine dramatischen Klein-Kindheitserlebnisse mit Nachbarin Lissjes Dackels Putzi, der Freigang hat, vortragen. Da musste Brill sich beim anschließenden Rollentausch anstrengen. Er präsentierte ein Liebesgedicht (für eine Tänzerin), welches er auf Platt für die Gattin schrieb.


Dann philosophiert man lieber über „Wahre Männer“. Der Song entstammt zwar einem früheren Programm, ist aber nach wie vor aktuell. Siehe das Thema Bedienungsanleitung. Da gestand Dickkopp nämlich humorvoll, dass er nicht nur zwei linke Hände habe, sondern auch, dass sein Talent pennen würde. „Ahh, jetzt kummt die Unkel Willi“, entfuhr es einer Frau in Reihe zwei, die offensichtlich ein Fan des Duos ist. Der von Langhals als „Der Goethe von Mäbinge“ titulierte Rentner geht in seinem Hobbykeller nicht nur der Puzzle-Leidenschaft nach, sondern empfängt dort auch die Nachbarschaft zur Lebensberatung. „De Sepp unn de Erich“ war somit die Hommage an den Mann, der meinte: „E Bier am Dach, langt ach“. Das „domme Gesprääsch zwesche derr Lieder“ ist zwar mehr als charakteristisch für die beiden Künstler. Genauso bedeutend ist aber auch, dass Besucher ruckzuck mitsingen, wenn etwa „Der Sound war scheiße“ zum Besten gegeben wird. Letzteres auf die von Simon & Garfunkel geklaute (nicht umgekehrt!) Melodie von „Sound of Silence“. „Waddannoch?“ Keine Ahnung.