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Sieg im Topspiel
Die Quierschieder sind giftiger und gieriger

Sinnbildlich für das Spitzenspiel: Quierschieds Jens Lorang (Mitte) versucht Neunkirchens Tom Fink (links) wegzudrängen, während sein Mitspieler Daniel Schönfeld den Ball sichert. Gastgeber Spvgg. Quierschied hatte das Geschehen in der Partie gegen Oberliga-Absteiger Borussia Neunkirchen im Griff.
Sinnbildlich für das Spitzenspiel: Quierschieds Jens Lorang (Mitte) versucht Neunkirchens Tom Fink (links) wegzudrängen, während sein Mitspieler Daniel Schönfeld den Ball sichert. Gastgeber Spvgg. Quierschied hatte das Geschehen in der Partie gegen Oberliga-Absteiger Borussia Neunkirchen im Griff. FOTO: Thomas Burgardt
Quierschied. 14 Minuten haben Quierschied gereicht, um das Topspiel in der Saarlandliga gegen Neunkirchen mit 3:0 für sich zu entscheiden. Von Lucas Jost

Der Tabellendritte Spvgg. Quierschied hat gegen den Tabellenzweiten Borussia Neunkirchen gewonnen und ist  in der Fußball-Saarlandliga auf Rang zwei vorgerückt. Den Gastgebern genügte in einer mittelmäßigen Partie am vergangenen Sonntag vor knapp 600 Zuschauern 14 Minuten, um das Topspiel mit 3:0 (0:0) zu gewinnen. Die Quierschieder verkürzten den Rückstand auf Tabellenführer SV Auersmacher (43 Punkte), der zuhause am Freitagabend 5:5 gegen den SV Mettlach spielte, auf einen Zähler. Neunkirchen (40) bleibt als Dritter in Verfolger-Stellung.


„Das ist mega cool. Wir hatten uns viel vorgenommen für das Spiel“, sagte Quierschieds Johannes Reichrath: „Wir haben in der Abwehr wenig zugelassen und als Mannschaft geschlossen gespielt. Ich denke, das hat den Unterschied gemacht.“

In der ersten Halbzeit ließen beide Mannschaften wenig zu. Das war aber auch nicht schwierig, weil beide Offensivreihen keine geordnete Aktion zustande brachten. Die erste Torchance der Partie hatten die Gastgeber nach 41 Minuten durch Julian Fernsner. Sein Flachschuss war für Jonas Merhej im Neunkircher Tor aber kein Problem. Die Borussia hatte ihre beste Chance kurz im Anschluss, als Daniel Ruschmann aus 20 Metern knapp über das Tor schoss.



Fahrt nahm die Partie nach dem Seitenwechsel auf. Vor allem die Gastgeber taten mehr und kamen zur verdienten Führung. Nach einem Diagonalpass von Sascha Schaum auf Fernsner setzte sich Daniel Schönfeld zwischen den Verteidigern ab. Er bekam das Zuspiel von Fernsener und schlenzte den Ball zum 1:0 ins kurze Eck (54. Minute).

Auf der anderen Seite kam Neunkirchen durch einen Drehschuss von Mouhamad Diallo zu einer Chance. Insgesamt fiel den Gästen zu wenig ein. Zu einfallslos, zu inkonsequent präsentierten sie sich im Spiel nach vorne.  Anders die Spvgg. Quierschied. Erneut war Schaum der Ausgangspunkt. Er führte einen Freistoß kurz hinter der Mittellinie schnell aus. Johannes Reichrath flankte aus vollen Lauf von rechten Außenbahn mustergültig in die Mitte auf Patrick Nickels. Der konnte am zweiten Pfosten den Ball unbedrängt zum 2:0 einköpfen (63.).

„Das, was uns in den letzten Wochen ausgemacht hat, hat heute gefehlt. Die Quierschieder haben sich den Sieg verdient, weil sie giftiger und gieriger waren“, erklärte Neunkirchens Ruschmann. Das war auch beim 3:0 zu sehen: Dominik Engel eroberte an der Mittellinie den Ball und schickte Fernsner in den freien Raum. Der hatte freie Bahn bis in den Strafraum und versenkte den Ball sicher zum 3:0 (68.).

Ein Aufbäumen der Gäste gab es nicht. Für die Borussia hatte die Partie schon schlecht begonnen. Jens Kirchen, der Kopf der Mannschaft, verletzte sich beim Aufwärmen und konnte nicht auflaufen. „Gewisse Mechanismen und Automatismen brechen da weg“, erklärte Trainer Björn Klos. Er ergänzte: „Wir sind nicht so gut ins Spiel gekommen. Man muss sagen, wir hatten Leute, die nicht wirklich präsent waren. Wir hatten einen schlechten Tag und dafür haben wir die verdiente Quittung bekommen.“

Quierschieds Co-Trainer Florian Weber hatte Grund zur Freude: „Wenn man mit 3:0 gegen Neunkirchen gewinnt, ist man natürlich zufrieden. Wir hatten in der Halbzeit gesagt, es sind viele Zuschauer da, denen wollen wir etwas zeigen. Ich weiß nicht, ob der Tick Leidenschaft, der Tick Wille ausschlaggebend war. Aber am Schluss sind wir froh, dass wir gewonnen haben.“

Die Spvgg. Quierschied kann mit seinem Sieg am morgigen Mittwoch im Nachholspiel um 19 Uhr den Tabellensechsten SC Friedrichsthal an Spitzenreiter SV Auersmacher vorbeiziehen, der dann aber zwei partien weniger absolviert hat als die Quierschieder.