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AH-Fußball
Die Krönung der „Super-Saison“ bleibt aus

Die Alten Herren aus Quierschied und Altenwald freuen sich über den Gewinn des Saarlandpokals. Hendrik Grätz (Fünfter von links) sorgte kurz vor Schluss mit einem Fernschuss für das 2:1-Siegtor. Zuvor hatte Thomas Seitner (liegend) in Weltklasse-Manier gehalten, wie ihm die Gegner bescheinigten.
Die Alten Herren aus Quierschied und Altenwald freuen sich über den Gewinn des Saarlandpokals. Hendrik Grätz (Fünfter von links) sorgte kurz vor Schluss mit einem Fernschuss für das 2:1-Siegtor. Zuvor hatte Thomas Seitner (liegend) in Weltklasse-Manier gehalten, wie ihm die Gegner bescheinigten. FOTO: Rainer Regitz/Spvgg. Quierschied / Rainer Regitz
großrosseln. Die Alten Herren des SC Großrosseln haben den Saarlandpokal-Sieg in der Altersklasse Ü 32 verpasst. Sie unterlagen am „Final-Tag der Generation 30 plus“ im Endspiel der SG Quierschied mit 1:2. Zuvor waren sie in 35 Spielen unbesiegt. Von David Benedyczuk

Nach dem Abpfiff des zweiten Endspiels am „Final-Tag der Generation 30 plus“ des Saarländischen Fußball-Verbands auf dem Kunstrasenplatz in Brotdorf war bei den Beteiligten eine alte Fußball-Weisheit Thema: Nach 90 Minuten hat eben nicht immer die überlegene Mannschaft die Nase vorne. Am Samstag war es zwar so, dass im Finale um den Ü 32-Saarlandpokal zwischen der Spielgemeinschaft (SG) Quierschied und dem SC Großrosseln nur 70 Minuten anstanden. Doch die Fußball-Weisheit sollte zutreffen. „Über das ganze Spiel gesehen waren wir in meinen Augen besser. Aber das spielt am Ende keine Rolle. Quierschied hat 2:1 gewonnen – das ist das, was zählt“, sagte SC-Trainer Steve Schantz, dem die Enttäuschung nach dem bitteren Spielverlauf deutlich anzusehen war.


Kurz vor oder besser gesagt: quasi mit dem Pausenpfiff ging die bis dato offensiv kaum auffällige SG Quierschied, die seit dieser Saison eine Spielgemeinschaft mit der SVG Altenwald bilden, aus heiterem Himmel in Führung. Ein Befreiungsschlag landete bei Timon Sand, der das 1:0 erzielte. „Da waren wir selbst schuld. Kurz vor der Pause ist so etwas natürlich ein heftiger Rückschlag“, befand Schantz, dessen Mannschaft ihre klaren Feldvorteile nicht in zwingende Torchancen hatte ummünzen können.

Das änderte sich nach der Pause: Der SC Großrosseln brachte mit Sandy Schneider einen neuen Akteur, dessen Kopfballstärke schon zu Aktivenzeiten gefürchtet war. Und der „Joker“ brauchte nicht lange, um zu stechen: Nach einem kurz ausgeführten Eckball flankte Michael Eiloff auf den zweiten Pfosten, wo Schneider zum 1:1 einnickte (45. Minute). „Da haben wir beim Standard geschlafen – und jeder dachte wohl, dass uns Großrosseln danach überrollt“, sagte SG-Spielertrainer Markus Woll. Doch es kam anders. „Wir haben alles in die Waagschale gelegt und sind förmlich über uns hinausgewachsen – obwohl wir gar nicht zusammen trainiert haben“, erklärte Woll.



In der Tat hätte der SC Großrosseln nach dem Ausgleich sofort nachlegen können. Aber da war ja noch SG-Torwart Thomas Seitner, der sowohl im Eins-gegen-eins gegen Eiloff als auch bei einem Fernschuss von Tim Latz glänzend parierte. „Den hat er sau stark gehalten“, urteilte Schantz. Und auch der Schütze fand lobende Worte für die Parade. „Ich nehme den Ball volley aus der Luft. Seitner hat den Ball vielleicht einen Sekundenbruchteil vorher gesehen – ihn aber überragend gehalten und mit einem Weltklasse-Reflex übers Tor gelenkt“, sagte Latz. Er ergänzte: „Das wäre das 2:1 gewesen. Dann hätte Quierschied auch mal öffnen müssen. Die haben mit zehn Mann hinten drin gestanden und nur Langholz gespielt.“ Woll gab zu: „Das war unsere Taktik: Etwas tiefer stehen und auf Konter lauern. Wir haben viel mit langen Bällen operiert. Das hat sicher oft nicht schön ausgesehen.“

Doch es war in der Endphase der Partie von Erfolg gekrönt: Ein langer Ball kam zu Hendrik Grätz, der die SG Quierschied mit einem Distanzschuss auf die Siegerstraße führte. „Hendrik kann das einfach: Den Bums auspacken – und aus der Entfernung treffen“, sagte Woll, der sich mit seiner Mannschaft als Ü 32-Pokalsieger für den deutschen AH-Supercup qualifiziert hat. Mitspieler Vincenzo Simonetta, der auch Trainer der Altenwalder Bezirksliga-Mannschaft ist, sagte: „Großrosseln war sicher spielerisch die bessere Elf. Aber wir haben eben alte Füchse drin und uns gut auf den Gegner eingestellt. Jetzt wird gefeiert. Keiner von uns hätte gedacht, dass wir Pokalsieger werden, als wir im Sommer erstmals gemeldet haben.“ Der SC Großrosseln muss sich dagegen mit dem Ausblick auf nächste Saison begnügen: „Wir müssen den Kopf oben behalten. Wir haben ein gutes Spiel und eine Super-Saison gespielt. Mit Testspielen haben wir 35 Partien nicht verloren und 120 Tore geschossen. Nächstes Jahr greifen wir wieder an“, sagte Trainer Schantz.

Spielertrainer im direkten Duell: Großrosselns Steve Schantz (links) behält in dieser Szene gegen Quierschieds Markus Woll die Oberhand. Am Ende des Endspiels hatte er mit seiner klar besseren Mannschaft das Nachsehen.
Spielertrainer im direkten Duell: Großrosselns Steve Schantz (links) behält in dieser Szene gegen Quierschieds Markus Woll die Oberhand. Am Ende des Endspiels hatte er mit seiner klar besseren Mannschaft das Nachsehen. FOTO: Britz Heiko / Heiko Britz.www.digfot.de