Der Rekord hat Bestand

Spaß hatten nicht nur die Zuschauer beim Knutfest an der Martinshütte. Auch die Akteure waren am vergangenen Sonntag mit Freude dabei – aber auch mit Ehrgeiz. Organisator und Helfer zogen eine positive Bilanz.

Das mitunter kurze Leben eines Weihnachtsbaums hat in der Regel nur einen Zweck: Liebevoll geschmückt soll er dazu beitragen, dem Zuhause ein weihnachtliches Antlitz zu verleihen. Wie lange er diese Aufgabe erfüllt, liegt im Ermessen des Besitzers. Am Tag des Abschmückens ist das Gewächs schließlich wieder "nur" ein Baum, der nadelt und schnellstmöglich entsorgt werden muss. In Göttelborn schenkt man einigen Weihnachtsbäumen seit nunmehr acht Jahren eine zweiten, wenn auch relativ kurzweiligen Lebenssinn: An der Martinshütte des Pensionärsvereins (PSV) fand am vergangenen Sonntag eine saarländische Variante des schwedischen "Knutfests" statt.

Rund 200 Bürgerinnen und Bürger aus Göttelborn und Umgebung trotzten dem Schmuddelwetter und wohnten bei Kaffee und Kuchen sowie Glühwein und Grillgut dem alljährlichen Weihnachtsbaum-Weitwerfen bei.

Anschließend wurden die etwa 170 Bäume (Rekordjahr 2014: 256) unter Aufsicht der Freiwilligen Feuerwehr ihrem letzten Zweck zugeführt: dem großen Weihnachtsbaum-Feuer.

"Heute haben wir etwas Pech mit dem Wetter. In den letzten Jahren war es trocken oder es gab leichten Schneefall. Das war natürlich schöner", sagt Jörg Göddemeyer, der das Knutfest seit 2009 organisiert. Der Gastronom freut sich über die etwa 1000 Euro, die die Veranstaltung in diesem Jahr nach Abzug aller Kosten für die örtliche Schule und den Kindergarten einbrachte. Für die Einnahmen sorgten neben einem Sponsor Helfer der Bildungseinrichtungen sowie des PSV und der Abteilung "Alte Herren" des SV Germania Göttelborn mit dem Verkauf von Speisen und Getränken.

Menschen jeder Altersklasse nahmen am Weitwurf-Wettbewerb teil. Die Kleinen durften sich entsprechend kleine Wurfgeschosse aussuchen, die Großen demnach größere. An den Rekordwurf von Christian Bethscheider von vor zwei Jahren (8,54 Meter) kam jedoch niemand heran.

Das bis zu zwölf Meter hohe Feuer rundete die gelungene Veranstaltung ab und zog für alle Anwesenden einen lodernden wie endgültigen Schlussstrich unter die Weihnachtsfeierlichkeiten 2015.

"Wir haben alles verkauft: Der Kuchen war weg, die Rostwürste waren weg, also sind wir mit unserem Fest zufrieden", resümierte Jörg Göddemeyer und ergänzte: "Ich wäre froh, wenn wir dieses Fest auch in den nächsten Jahren weiterführen könnten. Ohne die vielen Helfer kämen wir in nur wenigen Stunden nie auf eine so große Spendensumme. Außerdem sind solche Veranstaltungen wichtig für unseren Ort."