Der Favorit setzt sich durch"Schlecht gespielt und doch gewonnen"

Saarwellingen. Im Saarlandpokal-Finale der Männer standen sich am Sonntag in Saarwellingen nicht wie erwartet der TV Bliesen und die SSG Schwarzenholz-Griesborn gegenüber. Statt den beiden Regionalligisten trafen der Oberliga-Aufsteiger TV Walpershofen sowie der Verbandsligist TV Quierschied aufeinander. Der Favorit aus der Volleyball-Oberliga setzte sich mit 3:1 durch

Saarwellingen. Im Saarlandpokal-Finale der Männer standen sich am Sonntag in Saarwellingen nicht wie erwartet der TV Bliesen und die SSG Schwarzenholz-Griesborn gegenüber. Statt den beiden Regionalligisten trafen der Oberliga-Aufsteiger TV Walpershofen sowie der Verbandsligist TV Quierschied aufeinander. Der Favorit aus der Volleyball-Oberliga setzte sich mit 3:1 durch.Der TV Quierschied war mit viel Unterstützung nach Saarwellingen gekommen. Gleich mehrere Fanbusse waren im Einsatz. Und die Quierschieder Anhänger sorgten für beste Stimmung in der Halle. "Wir sind der Außenseiter und können nur gewinnen. Und wir haben das komplette Fanpaket dabei", sagte Trainer Sven Sellgrad nicht ohne Stolz.

Die Stimmung in der Halle bei den etwa 500 Zuschauern kochte vom ersten Ballwechsel an - obwohl die Nervosität bei beiden Mannschaften deutlich zu spüren war. Die Fehlerquote war auf beiden Seiten sehr hoch. Keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen. Zur Satzmitte gelang es den Walpershofener Herren dann aber, sich einen kleinen Vorsprung zu erarbeiten, den sie bis zum Ende des Satzes verteidigten. Der Durchgang ging mit 25:20 an den Favoriten.

In Satz zwei sorgten lange Ballwechsel, spektakuläre Angriffe und starke Abwehraktionen von beiden Mannschaften dafür, dass die Halle sprichwörtlich bebte. Walpershofen setzte sich wieder ab. Quierschied hielt dagegen, aber auch dieser Satz ging verloren (21:25). Davon ließen sich die Außenseiter aber nicht entmutigen. Getrieben durch die Anfeuerungen ihres Fanblocks ging der TV Quierschied im dritten Durchgang früh in Führung, gab diese auch nicht mehr aus der Hand und holte sich den Durchgang mit 25:19. Der Stachel saß - und Walpershofen war nun fest entschlossen, sich den vierten Satz zu sichern. Der Favorit zeigte Siegeswillen, ließ Quierschied keine Chance mehr.

"Die Euphorie in der Mannschaft war zu groß nach dem Satzgewinn, um die Spannung zu halten", erklärte Sellgrad. Am Ende hieß es 25:9 für Walpershofen, das damit den Gewinn des Saarlandpokals feiern durfte. "Unglaublich! Absolut geil. Vor allem mit dieser Kulisse", kommentierte Spielführer Christian Siegwart, bevor er den Siegerpokal abholen durfte. Quierschied durfte auch jubeln, denn beide Final-Teilnehmer haben sich für den Südwest-Pokal qualifiziert. Saarwellingen. Als souverän konnte man die Leistung des TBS Saarbrücken nicht gerade bezeichnen. Gegen Regionalligisten TV Lebach zeigte der Volleyball-Drittligist am Sonntag in der Saarwellinger Halle am Schäferpfad im Finale des Saarlandpokals nicht seine beste Leistung. Aber mit Routine und den besseren Nerven konnte sich der TBS gegen die Außenseiterinnen aus Lebach mit 3:0 durchsetzen.

"Die Stimmung ist angespannt, aber die Mädchen sollen Spaß haben", sagte Lebachs Trainerin Jana Ligensa vor dem Finale. Leichtigkeit herrschte dagegen beim TBS. "Wir sind super drauf. Wir sind super motiviert. Und wir wollen den Pokal natürlich mit nach Hause nehmen", sagte Spielerin Nicole Surkovic.

Die Partie startete ausgeglichen. Auf beiden Seiten waren die Spielerinnen konzentriert und leisteten sich nur wenig Fehler. Am Ende des ersten Satzes gingen die TBS-Damen in Führung und gewannen den Durchgang mit 25:22. In Satz zwei ließ die Konzentration nach. Es gab viele Angabenfehler auf beiden Seiten. Das war die Zeit von Maike Herrmann. Die Diagonal-Angreiferin aus Saarbrücken nahm das Zepter in die Hand, schmetterte ihre Angriffe gekonnt ins gegnerische Feld. Lebach konnte nichts entgegen setzen und gab den Satz mit 20:25 ab - es stand 2:0 für die Favoritinnen.

Im dritten Satz gelang es dem TBS nicht, sich entscheidend abzusetzen. Mittelblockerin Anna Wilhelm vom TV Lebach konnte ihre Mannschaft durch starke Angriffe in Führung bringen. Beim TV keimte Hoffnung auf, den Satz gewinnen zu können. Lebach hatte sogar Satzball - der wurde aber verspielt. Jetzt zählte Nervenstärke. Der Favorit aus Saarbrücken schien gelassener und ruhiger. Mit Spielübersicht und einem starken Angriffsschlag von Jessica Krick sicherte sich der TBS auch diesen Satz (26:24) - und somit den Gewinn des Saarlandpokals.

"Schlecht gespielt und doch gewonnen. Wir dürfen uns eigentlich nicht so in Verlegenheit bringen lassen", analysierte TBS-Trainer Joachim Riemenschneider das Spiel seiner Mannschaft. Mannschaftsführerin Julia Hoffmann sagte: "Es war kein besonders schönes Spiel. Wir waren heute nicht so stark wie normal." Lebach Trainerin war dagegen zufrieden: "Wir haben gut mitgehalten, aber am Ende hat die Routine gesiegt", sagte Ligensa. pat

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