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Das Holzer Konglomerat ist ein 300 Millionen Jahre altes Naturdenkmal

Naturdenkmäler in der Region : Beton, den die Natur gemacht hat

Das Holzer Konglomerat wirkt fast wie von Menschenhand erschaffen. Dabei ist die Gesteinsschicht wesentlich älter.

Gefühlt liegt dieses Naturdenkmal in Holz, korrekterweise allerdings zählt es gerade noch zu Quierschied. Trotzdem sind die riesigen Gesteinsbrocken des Holzer Konglomerats am Oberlauf des Holzer Bachs am besten vom Heusweiler Ortsteil aus zu erkunden. Am Ende der Sackgasse des Steinrother Wegs führt eine Brücke über die Autobahn, dahinter steht eine Tafel für einen Baum des Jahres, danaben führt ein Trampelpfad bergab in den Wald. Nach kurzer Strecke erblickt man im Unterholz einen Teich und dahinter bereits die wie hingeschüttet wirkenden Gesteinsbrocken, die beidseits des Weges dick bemost zwischen den Bäumen liegen. Wer genau hinschaut erkennt das betonähnliche Gestein mit den eingeschlossenen Kieseln, das Holzer Konglomerat, Anzeichen einer 300 Millionen Jahre alten Gesteinsschicht, die in diesem Wald bis hinüber nach Quierschied und Fischbach an vielen Stellen offen zu sehen ist.

Das Gesteinsfeld am Holzer Bach erscheint, als hätte man ein großes Bauwerk gesprengt und die zerstreuten Teile im Wald liegengelassen. Doch der Eindruck täuscht, diese Steine hat die Natur hier abgelegt, ewig lange, bevor Menschen die Idee hatten, Kiesel mit Beton zu einem festen Baumaterial zu vermischen. Allerdings muss man zugeben, dass man den Unterschied kaum sieht. Das Holzer Konglomerat sieht wahrlich aus wie Kiesel in Beton.

Die Gesteinsbrocken am Holzer Bach stehen unter Naturschutz. Sie sind als Naturdenkmal anerkannt und dürfen nicht verändert werden. Mit dem Bergbau im Saarland hat das Gestein ebenfalls zu tun, denn es trennt die beiden wesentlichen kohlehaltigen Karbonschichten voneinander.

Wie das verbackene Geröll entstanden ist, darüber gibt es Theorien. Zum Teil geht man von einer beachtlichen Naturkatastrophe aus. Fest steht aber, dass die Kiesel aus Quarzit nur durch Wasserströme entstanden sein können und eine gewaltige Ablagerung in unserer Region entstand. Am Holzer Bach wird sie eindrucksvoll sichtbar. Der Wanderer ohne Hintergrundwissen wird es kaum bemerken, denn das Denkmal ist zwar amtlich registriert, aber nirgends beschildert oder erläutert.