Brieffreundschaft mal musikalisch

Die Kassen der beiden Klassen 10.1 und 10.2 der Gemeinschaftsschule Quierschied sind um insgesamt 250 Euro praller; denn deren Schüler erreichten einen der vorderen Plätze beim Schulwettbewerb „Unser Chansonprojekt 2015/16“. In der Kategorie „Weiterführende/Berufsbildende Schulen“ wurden insgesamt 23 Beiträge eingereicht.

Bei der Verleihung in der Sulzbacher Aula nahmen die Preise des Schulwettbewerbs "Unser Chansonprojekt 2015/16" stellvertretend Lehrerin Doris Groß und Schüler Marvin Henniger entgegen. "Une lettre, un échange je ne veux pas que ça change" ist der etwas sperrige Titel des selbst komponierten Liedes. "

"Es geht um die Brieffreundschaften zwischen deutschen und französischen Schülern", erklärt Französisch-Lehrerin Doris Groß. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Annabelle Fuchs-Christian betreute sie das Projekt. "Die Briefe sind die Basis", pflichtet ihr Marvin Henniger bei, "die Neugierde ist geweckt, und wenn man sich dann leibhaftig gegenübersteht, geht es darum, dass man sich versteht und sich gegenseitig hilft."

Die Idee kam im Prinzip dadurch, dass die Schule selbst seit einigen Jahren an einem Austauschprogramm teilnimmt. Schüler der Partnerschule Collège Bergpfad aus Ham-sous-Varsberg, etwa sechs Kilometer von Creutzwald entfernt, kommen genauso regelmäßig zu Besuch nach Quierschied wie umgekehrt. Bis zu vier Begegnungen gibt es pro Schuljahr. Die Teilnahme an dem Chanson-Projekt war der Schwerpunkt eines "Begegnungstages" im vorigen Schuljahr, wie sich Groß erinnert.

Einige dieser Begegnungen und daraus resultierende Brieffreundschaften dienten dann als Inspiration für den Musiktext. Großen Anteil an dem Erfolg habe auch Musiklehrer Timo Thiel. Dieser half per Klavierspiel beim Finden der Melodie. Letztendlich kam ein locker-swingendes Chanson zusammen. Jürgen Scheidt, der Deutsch unterrichtet und zudem stark musikaffin ist, half bei der Aufnahme auf CD, die im Musiksaal stattfand. Diese wurde dann ans zuständige Ministerium geschickt.

"So kann man eine fremde Sprache viel besser und authentisch lernen", sagt Marvin Henniger. Doris Groß pflichtet ihm bei: "Das war sehr gut, um Sprache nicht nur theoretisch durchzunehmen, sondern um zu sehen, wie man sie in der Praxis anwenden kann". Die Schüler hätten gemerkt, dass man gleiche Interessen wie "Fremde" habe - so könnten aus Fremden schnell Freunde werden. "Gar nicht weit weg gibt es Leute, die so drauf sind wie ihr", habe sie zu ihren Schülern gesagt. Am Ende des Projektes konnten ihre Schüler dies aufgrund eigener persönlicher Erfahrungen bestätigen. Es sind deutsch-französische Freundschaften entstanden, die auch über das Projekt hinaus fortbestehen.