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"Bitte mehr Sachlichkeit, keine Emotionen"

Quierschied/Fischbach. Heftige Diskussionen hat in den vergangenen Wochen ein Vorschlag ausgelöst: ein Teil der Halde Lydia als Trendsportzentrum für Biathleten und Rollsport-Begeisterte nutzbar zu machen - mit asphaltiertem Rundkurs und kleinem Schießstand. Parteien bezogen öffentlich Stellung, und etliche Leser äußersten unmissverständlich ihre Meinung im Internet und in Leserbriefen Von SZ-Redakteurin Michèle Hartmann

Quierschied/Fischbach. Heftige Diskussionen hat in den vergangenen Wochen ein Vorschlag ausgelöst: ein Teil der Halde Lydia als Trendsportzentrum für Biathleten und Rollsport-Begeisterte nutzbar zu machen - mit asphaltiertem Rundkurs und kleinem Schießstand. Parteien bezogen öffentlich Stellung, und etliche Leser äußersten unmissverständlich ihre Meinung im Internet und in Leserbriefen. Nun hat sich in dieser Woche der Mann gemeldet, auf dessen Vorschlag die ganze Aufregung zurückzuführen ist: Peter Steffes (51, Foto: SZ), Beauftragter der Biathleten im Saarländischen Bergsteiger- und Skiläuferbund. Im SZ-Gespräch fordert er, zur Sachlichkeit zurückzukehren und Emotionen außen vor zu lassen. "An den Bürgern von Fischbach und Quierschied würden wir niemals vorbeiplanen", sagt er ausdrücklich. Und: Wenn Trendsportler auf der Halde zum Zug kämen, dann nur in unmittelbarer Nachbarschaft zum ADAC-Übungsgelände. Ein Areal, das heute Bauschutt beherberge und ganz am Rande liege. Der Haldenkörper selbst, der sich durch die als Himmelsspiegel bekannt gewordenen kleinen Seen auszeichnet, wäre überhaupt nicht betroffen. Wobei bis jetzt auch nicht gesagt sei, dass man sich überhaupt hier niederlässt. Denn: Sein Verband, so Steffes, habe auch noch die Option, sich in Lebach trainingsmäßig auszutoben, Sollte das letztlich klappen, wäre die Halde passé: "Wir gehen dorthin, wo wir die Anlage am ehesten realisieren können." Peter Steffes macht auch klar, dass bisher eigentlich noch gar nichts passiert ist. Es gebe keine detaillierten Pläne, sondern lediglich das Angebot der RAG als Eigentümerin der Halde Lydia, besagtes Areal zu nutzen. Zudem eine Machbarkeitsstudie, die demnächst vorliege. Im Übrigen habe auch der Nabu keinerlei Einwände gegen die sportliche Nutzung. Was die vielfach geäußerte Forderung von Bürgern angeht, die Halde als Ort der Ruhe und Besinnung zu belassen, kann Steffes so nicht nachvollziehen. Vor allem an Wochenenden sei hier die Hölle los. Mountainbiker, Motocross-Fahrer und andere, die hier erkennbar weder Ruhe noch Besinnung suchten, habe er hier schon in Massen gesichtet. Auch der Behauptung, das angepeilte Trendsportzentrum solle nur für ein paar Biathleten errichtet werden, widerspricht Steffes vehement. Zumal, wie er sagt, dieses Zentrum auch der breiten Öffentlichkeit für sämtliche Rollsportarten zugänglich gemacht würde.