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Obst- und Gartenbauverein
Besonderer Saftladen wartet auf Lieferung

Auch dieses Jahr haben die Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins sicher viel zu keltern (von links): Theo Feldmann, Johann Fries, Klaus Gessner, Günther Pirrong und Hans Bost im Kelterhaus.
Auch dieses Jahr haben die Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins sicher viel zu keltern (von links): Theo Feldmann, Johann Fries, Klaus Gessner, Günther Pirrong und Hans Bost im Kelterhaus. FOTO: BeckerBredel
Quierschied. Im Quierschieder Kelterhaus werden jetzt wieder Äpfel angenommen. Von Petra Pabst

Der Obst- und Gartenbauverein hat einen richtig tollen „Saftladen“. Gemeint ist natürlich die Kelteranlage in der Glashüttenstraße, die ab sofort bis etwa Mitte Oktober wieder in Betrieb ist. Nicht nur die rund 180 Mitglieder des Vereins können ihre Äpfel in der Kelteranlage abgeben und erhalten dort naturtrüben Saft ihres eigenen Obstes. Bei einem Beitrag von gerade einmal 7,50 Euro im Jahr lohnt sich allerdings die Mitgliedschaft. Der erste Vorsitzende, Theo Feldmann, äußert sich sehr zufrieden am ersten Abgabetag. „Bereits nach einer halben Stunde hatten wir schon 14 Anlieferungen. Das ist überraschend viel für ein so schlechtes Erntejahr wie dieses. Das kalte Frühjahr und der nochmal spät eingefallene Frost hat leider viele Blüten zerstört und damit die Ernte deutlich geringer ausfallen lassen, als gewöhnlich“, erklärt er. Ein neues Abfüllsystem habe sich in den vergangenen Jahren sehr gut bewährt. Dabei wird der Saft in einen sterilen Folienbeutel abgefüllt und danach in einen Karton verpackt. Die Beutel haben ein Volumen von fünf Litern. Der Saft ist danach noch wochenlang haltbar, genau so lange wie in Flaschen, sagen die Kelterer. Seit nunmehr zehn Jahren bietet der Obst- und Gartenbauverein Quierschied diesen Service an. „Wir haben eine tolle Mannschaft. Sechs Mann stark arbeiten wir schon seit dieser Zeit Hand in Hand zusammen. Wir kennen uns aber schon viel länger aus dem „Kittelclub, dem Club der Föhlichkeit“. Unser Ältester ist mittlerweile 80 und unser Jüngster 67 Jahre alt“, erklärt Feldmann lachend. Aber ganz so lustig ist das Thema nicht, denn eigentlich würde er gern den Vorsitz an einen Jüngeren abtreten, aber es mangelt – wie so oft – an Nachwuchs im Verein. „Das Keltern macht zwar Spaß, ist aber auch mit viel Arbeit verbunden.“ erklärt Feldmann weiter. Die Anlieferer kommen nicht nur aus Quierschied – viele sind auch aus dem Umland bis hin nach St. Wendel oder St. Ingbert. Die Apfel-Lieferer können ab sofort jeden Samstag ihre Ernte in der Anlage in der Glashüttenstraße abgeben. So machte es am vergangenen Samstag auch Bernd Riemenschneider aus Bildstock. Sein Apfelbaum lieferte rund zwei große eckige Körbe voll grüner Früchte, die gleich mit dem Namen des Anlieferers beschriftet werden. „Nächsten Samstag zwischen 15 und 16 Uhr können Sie Ihren Saft abholen“, teilte ihm Theo Feldmann mit. Etwa fünf bis zehn Beutel Saft, je nach Ergiebigkeit der Früchte, wird er wohl abholen können, jeweils zu 5,40 Euro. Gekeltert wird dann immer montags. Schon um sechs Uhr früh beginnen die Männer mit der Arbeit, damit zum Mittag alle Lieferungen durch sind. Die Äpfel werden dann zunächst gründlich im Wasserbad gereinigt und anschließend geschreddert. Der Brei wird weitergeleitet in die Presse und der dort aufgefangene Saft umgefüllt in große Kanister, wo er zunächst etwas ruht, damit die Schwebstoffe sich absetzen können. Der Treber wird aufgefangen und weiter verwertet und dient beispielsweise als Viehfutter. Schließlich wird der Saft in die neue Abfüllanlage weitergeleitet und auf 80 Grad erhitzt, bevor er dann abgekühlt in die Beutel umgefüllt wird. Der Vorgang von der Wäsche bis zur Abfüllung in den Beutel dauert rund zwei Stunden. „Die meiste Arbeit ist aber hinterher die Reinigung der Anlagen“, bemerkt der Vereinsvorsitzende, „denn Hygiene wird bei uns groß geschrieben.“



Fragen zu Lieferungen und Keltern beantwortet der 1. Vorsitzende Theo Feldmann unter Tel. (0 68 97) 6 30 71.