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Bergehalde Göttelborn soll bald frei zugänglich sein

Göttelborn. Eine kleine Attraktion in Sachen Naherholung verspricht die RAG Montan Immobilien GmbH. Die Bergehalde Göttelborn hat sie nahezu umgekrempelt und auch den Kohlbachweiher auf Vordermann gebracht. Michèle Hartmann

Es war vor zwei Jahren, fast auf den Tag genau, als die RAG Montan Immobilien GmbH zum Besichtigungstermin bat. Denn hoch oben auf der Bergehalde Göttelborn gab's am beheizten Festzelt einen ersten Spatenstich. Die Arbeiten zur Sanierung des mächtigen Hügels mit bergmännischer Vergangenheit und des dazugehörigen Kohlbachweihers (Absinkweiher) waren da allerdings schon angelaufen. Und jetzt kann man schon mal in die nahe Zukunft blicken, die Neuigkeiten bringt.

Nach Abschluss der Sanierung werden die Bergehalde und besagter Weiher für jedermann offen zugänglich sein. Zusätzlich soll der Haldenrundweg, so wie es die örtlichen Verhältnisse zulassen, nahezu behindertengerecht gestaltet und asphaltiert werden. Die entsprechenden Planungsunterlagen sind nach Angaben der RAG bereits eingereicht.

Nahezu behindertengerecht soll heißen, dass sich gewisse Steigungen nach Angaben von Stefan von dem Broch nicht vermeiden lassen. Und dennoch könne man auch mit einem Rollstuhl die Halde erkunden. Von dem Broch ist der für Umweltbelange zuständige Ingenieur der RAG. Er erinnert daran, dass in Göttelborn insgesamt 450 000 Kubikmeter Massen bewegt worden sind. Und dass sein Unternehmen 4,5 Millionen Euro in die Renaturierungsmaßnahmen investiert hat. Die Kosten für den asphaltierten Weg sind hier nicht mit eingerechnet. Nach Genehmigung der Planungsunterlagen durch die zuständigen Behörden werden die Bauarbeiten hierfür etwa drei Monate betragen. "Wir gehen davon aus, dass wir im Sommer die Baumaßnahmen abschließen können", ergänzt RAG-Bereichsleiter Peter Steinmetz. Dann allerdings dauert es voraussichtlich bis Jahresende, um die Halde aus der Bergaufsicht zu entlassen. Danach wird der stolze Hügel der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Die Flächen werden Bestandteil der "Landschaft der Industriekultur Nord" (LIK.Nord), mit großer Bedeutung für den Naturschutz und Nutzung als Erholungs- und Freizeitareale.

Die Sanierung in Göttelborn ist die bisher größte Baumaßnahme an einer Bergehalde und eines Absinkweihers im Saarland. Wegen der noch andauernden Arbeiten ist zurzeit noch ein beachtliches Gebiet rund um Halde und Weiher gesperrt und darf aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden. Stefan von dem Broch zeigt sich begeistert von dem, was bereits sichtbar ist. ,,Wunderschön" werde es hier, sagt er, und ist somit vom Ergebnis der aufwendigen Maßnahmen seines Unternehmens überzeugt. Zu Beginn der Arbeiten vor zwei Jahren erfuhr die Öffentlichkeit, dass eine Bergehalde nicht eben vegetationsfeindlich ist, auch wenn man dies bei ihrem Anblick meinen könnte. Ganz im Gegenteil hat man es hier mit erstaunlich lebhafter Besiedlung zu tun. Unter anderem finden hier Eidechsen, Fledermäuse, Geburtshelferkröten und Gelbbauchunken ideale Lebensbedingungen vor. Und deshalb wollte man das Getier auch nicht rigoros von seinem angestammten Platz vertreiben. Doch bald soll auch der Mensch von der Halde profitieren. Indem er sie erobert und den herrlichen Blick von oben in die Region genießt.